Deine Helden von damals: Interview mit Daniel Felgenhauer

"Am Ronhof habe ich mich immer wohlgefühlt"

„Felgenhauer Fußballgott“ hallte es aus der Fürther Fankurve durch den Ronhof, wenn bei der Mannschaftsaufstellung der Name des Dauerbrenners Daniel Felgenhauer fiel. Der Franke bestritt 223 Partien für die Fürther, 2010 wählten ihn die Fans der Kleeblättler in ihre Jahrhundertelf. Im Interview für unsere Reihe „Helden von damals“ spricht der heute 41-Jährige über seine Anfangszeit unter Benno Möhlmann, hitzige Derbys gegen den Club sowie die aktuelle Situation der SpVgg.

Daniel Felgenhauer am Ball für die SpVgg Greuther Fürth
Agiler Antreiber: Daniel Felgenhauer kickte acht Jahre für die SpVgg Greuther Fürth. ©Imago/Kicker/Liedl

Herr Felgenhauer, Sie machten 223 Partien für Greuther Fürth, nur sechs Spieler haben mehr Einsätze für das Kleeblatt auf dem Konto. Wieso haben Sie es bei den Franken so lange ausgehalten?
Daniel Felgenhauer:Als Franke gefällt es einem bei den Franken nun mal am besten (lacht). Aber Spaß beiseite, im Endeffekt hat das ja etwas mit Leistung zu tun und die habe ich wohl ganz gut gebracht, sodass auch der Verein gerne mit mir zusammengearbeitet hat. Ich habe mich beim Verein auch sehr wohl gefühlt. Wenn man wie ich nicht so weit weg von der Heimat spielen kann, hat das schon seine Vorteile.“

Die meisten Spiele bestritten Sie unter Benno Möhlmann. Weshalb war er für Sie ein besonderer Weggefährte?
Felgenhauer: „Er hat mich in der Anfangszeit am meisten gefördert und mir die Tugenden, die ein Profi braucht, vermittelt. Wir waren auch menschlich auf einer Wellenlänge und sind super miteinander klargekommen. Mit ihm hatten wir ja auch Erfolg, auch wenn es zum Aufstieg nicht ganz gereicht hat.“

Habe eine vernünftige Reaktion gezeigt (über seinen Doppelpack gegen St. Pauli)

Warum hat es denn nicht für den Aufstieg gereicht?
Felgenhauer:Das ist im Nachhinein immer noch schwer zu beantworten, da wir lange Zeit immer oben dabei waren. Am Schluss hat einfach immer dieses Quäntchen gefehlt. Man hat dann hinten raus vielleicht zu sehr das Nachdenken angefangen. So hat es dann zu meiner Zeit leider nie geklappt.“

Können Sie sich noch an Ihren Doppelpack am 11. März 2001 erinnern?
Felgenhauer: „Das war gegen St. Pauli. An dieses Spiel kann ich mich noch sehr gut erinnern, da es in der Woche zuvor Kritik vom Präsidenten gab. Darauf habe ich bei dem Spiel eine ganz vernünftige Reaktion gezeigt. Wir haben am Ende mit 5:1 gewonnen.“

Das Spiel fand am Fürther Ronhof statt, sie sind allerdings auch viel rumgekommen. Auf welche Auswärtsspiele haben Sie sich immer besonders gefreut?
Felgenhauer: „Das war zum Beispiel bei St. Pauli, am alten Millerntor. Das war damals noch kultiger als heute. Das neue Stadion ist auch toll, aber damals – das hatte schon was. Auch in Aachen auf dem alten Tivoli herrschte eine Wahnsinns-Atmosphäre. In den paar Bundesliga-Partien, die ich spielen durfte, hat es auch in den großen Arenen wie auf Schalke oder in der Allianz Arena Spaß gemacht.

Auch am geschichtsträchtigen Fürther Ronhof habe ich mich immer wohlgefühlt. Ich habe die Entwicklung ja hautnah miterlebt: Als ich 1997 nach Fürth gewechselt bin, waren noch diese alten Pappeln an der Gegengerade, in der Folgezeit hat sich dort aber sehr viel getan.“

Wir haben das natürlich mitbekommen (über die hitzige Derbystimmung gegen Nürnberg)

Spannend waren auch die Derbys gegen Nürnberg, zwei Mal konnten Sie mit Fürth beim FCN gewinnen. Wie wurde die hitzige Derbystimmung in der Mannschaft wahrgenommen?
Felgenhauer: „Wir haben das natürlich mitbekommen. Jeder war heiß auf diese Spiele, zumal wir damals immer als Underdog galten. Ich glaube, das hat uns ein bisschen in die Karten gespielt. Allerdings waren wir auch immer gut eingestellt. Man merkt im Umfeld, was den Fans das Spiel bedeutet und es ging stets hoch her. Für die Fans war es dann natürlich immer eine besondere Geschichte, wenn wir gerade in Nürnberg gewonnen haben.“

2010 wurden Sie in die Fürther Jahrhundertelf gewählt. Hätten Sie sich selbst auch aufgestellt?
Felgenhauer: „Nein, das würde ich nicht sagen (lacht). Es freut mich natürlich total und bestätigt meine Leistung in all den Jahren. Es freut mich, dass ich diese Anerkennung von den Fans bekommen habe und anscheinend nicht in Vergessenheit geraten bin.“

Wo verfolgen Sie heute die Spiele Greuther Fürths?
Felgenhauer: „Ich bin relativ weit weg, aber noch sehr interessiert und gucke so viel Spiele wie möglich. Im Stadion leider nicht, aber am Fernseher bin ich immer dabei und schaue was die Fürther machen.“

Möchte gerne weiterhin als Trainer arbeiten (über seine Zukunftspläne)

Wie bewerten Sie die Entlassung von Janos Radoki, nachdem sich der Verein erst im Frühjahr dieses Jahres zu ihm bekannte?
Felgenhauer: „Dass es jetzt so schnell ging, hat mich schon etwas überrascht. Sie hatten erst mit ihm verlängert und waren mit seiner Arbeit sehr zufrieden. Dann laufen die ersten Spiele nicht so, wie man es sich vorstellt und dann ist alles schon wieder vergessen.

Daran sieht man wieder, wie schnelllebig dieses Geschäft ist. Ich kann die Situation aus der Ferne schlecht beurteilen, aber ich denke, dass Janos eine tolle Arbeit gemacht und sehr motiviert gearbeitet hat.“

Was haben Sie für einen Eindruck vom neuen Coach Damir Buric?
Felgenhauer: „Da habe ich einen schlechten Einblick. Der Anfang gegen Düsseldorf war aber auf jeden Fall vielversprechend. Das freut mich für den Verein. Die ersten Spiele liefen suboptimal, ein neuer Trainer bringt aber auch immer neue Impulse und ich hoffe natürlich, dass sich das Blatt jetzt wendet und sie sich dort unten freischwimmen können.

Je länger du dort hinten drin bist, umso schwerer wird es. Das klingt zwar abgedroschen, aber so einfach ist es nicht, aus der Abwärtsspirale wieder herauszukommen.“

Auch Sie schlugen nach Ihrer aktiven Karriere die Trainerlaufbahn ein. Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Felgenhauer: „Ich war bis letztes Jahr noch Co-Trainer in Duisburg. Die Trennung lief dann ein bisschen unglücklich. Danach trainierte ich die U19 vom KFC Uerdingen und bin dann im April in eine Vertriebs- und Vermarktungsgesellschaft eingestiegen.

Momentan lasse ich mich einfach überraschen, ob ein Job im Fußballbereich kommt. Wann und wo das sein wird, ist in diesem Geschäft immer schwer vorherzusagen. Deshalb bin ich jetzt auch in eine andere Richtung gegangen. Dennoch möchte ich gerne weiterhin als Trainer arbeiten. Man wird sehen, was die Zukunft bringt.“

Vielen Dank für das Interview, Herr Felgenhauer!

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