Müller nach erster Roter Karte als Profi: „Es war keine Absicht“

München (SID) – Der Mannschaftsbus des FC Bayern stand in der Arena von Amsterdam schon längst zur Abfahrt bereit, aber Thomas Müller hatte ein anderes Ziel. Mit schnellen Schritten eilte er in die Ajax-Kabine und wollte seinen Platzverweis unbedingt irgendwie erklären, sich nochmals entschuldigen – doch vergebens. Die Ajax-Spieler waren bereits ausgeflogen, Müller trottete unverrichteter Dinge zurück.

„Es war keine Absicht“, rief der 29-Jährige den wartenden Journalisten in der Arena noch zu, aber ansonsten wollte der sonst so redselige Nationalspieler nicht sprechen.

Was war passiert? Müller hatte beim 3:3 (1:0) in der Champions League seinen Gegenspieler Nicolas Tagliafico mit gestrecktem Bein am Kopf erwischt. Unbeabsichtigt – aber fahrlässig. Tagliafico trug eine klaffende Wunde davon, er wurde noch auf dem Platz genäht – und erzielte am Ende das 3:3 für Ajax.

„Eine berechtigte Rote Karte“, gab Bayern-Trainer Niko Kovac zu. Das wird auch Müller so sehen, der beim Versuch, den Ball zu kontrollieren, Tagliafico schlicht übersehen hatte.

Für Müller war es die erste Rote Karte als Profi seit seinem Debüt im Jahr 2009. Da war selbst der Fakt, dass Müller mit nun 105 Einsätzen für Bayern in der Königsklasse mit dem bislang alleinigen Rekordhalter Philipp Lahm gleichzog, nur ein schwacher Trost.