Gehirnerschütterungen im Fußball: Kramer mahnt zu Sensibilität

Darmstadt (SID) – Der frühere Weltmeister Christoph Kramer mahnt im Umgang mit Gehirnerschütterungen im Fußball zu mehr Sensibilität. „Ich habe mich ganz viel damit beschäftigt. Das ist ein Thema, das man nicht unterschätzen darf“, sagte der Mittelfeldspieler von Bundesligist Borussia Mönchengladbach dem Internetportal t-online.de. 

Mediziner warnen regelmäßig vor Langzeitschäden durch unerkannte oder nicht hinreichend auskurierte Gehirnerschütterungen auch im Fußball. Durch Zusammenstöße und zahllose Kopfbälle ist das Hirn im Fußball grundsätzlich belastet und ein Risiko vorhanden.

Mögliche Folgen sind chronische Hirnerkrankungen mit Gedächtnisverlust, Persönlichkeitsveränderung, Depression oder parkinsonähnlichen Symptomen. Zur Vorbeugung sollten betroffene Spieler unter allen Umständen vom Platz genommen werden. „Als ich gelesen habe, was alles passieren kann, habe ich nur gedacht: ‚Mist, hoffentlich kannst Du mit 30 noch denken.'“, sagte Kramer.

Der 28-Jährige, der im WM-Finale der deutschen Nationalelf 2014 in Rio de Janeiro gegen Argentinien nach einem Zusammenprall vorübergehend die Orientierung verloren hatte und danach auch aus dem Spiel genommen wurde, geht in entsprechenden Situation auf Nummer sicher: Nach Gehirnerschütterungen „muss man alles durchchecken und auskurieren. Das ist sehr ernstzunehmen“.

Im Vergleich zum American Football jedoch hält Kramer die Gefahr von langfristigen Folgen durch akute Hirnverletzungen im Fußball für geringer: „Mich mit einem Football-Profi zu vergleichen, wäre Quatsch. Da kracht es viel häufiger.“