Ex-DFL-Geschäftsführer Rettig kritisiert Rechtevergabe der Champions League

Hamburg (SID) – Dem ehemaligen DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig ist die künftige TV-Präsenz der Fußball-Champions-League ein Dorn im Auge. „Ich sehe die Entwicklung unter gesellschaftspolitischen Aspekten mit großer Sorge“, sagte der Geschäftsführer des Zweitligisten FC St. Pauli im Interview mit dem Fachmagazin kicker (Montagausgabe).

Rettig führt unter anderem die zunehmende demographische Diskrepanz als Grund für seine Bedenken an: „Die Gruppe der unter 20-Jährigen wird kleiner, die der über 60-Jährigen größer. Langfristig werden sich viele ältere Fans den ‚Luxus Fußball‘ im TV schlicht und einfach nicht mehr erlauben können, Stichwort Altersarmut.“ Dass die Königsklasse ab 2018 komplett im Pay-TV verschwindet, sei deshalb äußerst bedauerlich.

Da zudem die Zahl der aktiven Nachwuchsspieler abnehme und es besonders in Großstädten an Spielflächen fehle, könne es passieren, „dass sich immer mehr Menschen ausgegrenzt fühlen beim Volkssport Fußball. Dann verstärkt dies auch die politischen Tendenzen, deren Auswüchse wir ja leider aktuell zunehmend registrieren müssen“, prognostizierte Rettig und führte weiter an: „Wenn wir über die Notwendigkeit vom Fußball als Kitt der Gesellschaft sprechen, dann laufen wir Gefahr, dass er immer mehr bröckelt, wenn ein derart verbindendes Thema immer weniger seiner Funktion gerecht wird.“