„An Politik und Logik vorbeigeplant“: Jena will rechtlich gegen Neustart vorgehen

Jena (SID) – Schlusslicht Carl Zeiss Jena wird gegen die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) beschlossene Fortsetzung der 3. Liga am 30. Mai juristisch vorgehen. Das bestätigte Klub-Geschäftsführer Chris Förster. „Wir werden auf jeden Fall rechtliche Schritte einleiten. Es ist einfach technisch nicht umsetzbar, es widerspricht ihren eigenen Konzepten“, sagte Förster dem SID.

Er könne nur feststellen, dass am 30. Mai nicht gespielt werden könne. „Wir haben ein Hygienekonzept umzusetzen. Das erfordert zwei Testungen und ein einwöchiges Trainingslager vor Spielbeginn. Das ist terminlich nicht mehr zu organisieren. Der DFB hat erneut an Politik und Logik vorbeigeplant“, sagte Förster. 

Die Thüringer Landesregierung hatte im Zuge der Coronakrise die Ausübung von professionellem Mannschaftssport bis zum 5. Juni untersagt. „Wir können bis zum 6. Juni in Jena kein Heimspiel austragen und auch kein Mannschaftstraining aufnehmen“, sagte Förster: „Rein logistisch, technisch und zeitlich ist es nicht möglich zu realisieren, am 30. und 31. Mai ein Spiel zu spielen, egal wo, nicht auf dem Mond und nicht sonstwo.“ 

Ähnlich erzürnt über die DFB-Entscheidung zeigte sich der Hallesche FC, der bis 27. Mai kein Mannschaftstraining durchführen darf. „Wir sehen uns gezwungen, diese plötzliche Entwicklung unter dem Aspekt der Chancengleichheit rechtlich prüfen zu lassen“, sagte Präsident Jens Rauschenbach. Laut Halles Sportdirektor Ralf Heskamp könne von „Fairness, Professionalität und einem Miteinander“ keine Rede sein.

Der Spielbetrieb in der 3. Liga soll am 30. Mai beginnen und am 4. Juli mit dem 38. Spieltag abgeschlossen werden. Zuletzt hatten sich einige Klubs noch deutlich für einen Abbruch der Saison ausgesprochen, darunter Carl Zeiss Jena und der Hallesche FC.