Review: Union Berlin – Kaiserslautern

Union Berlin hat dem 1. FC Kaiserslautern in einem ansehnlichen und kämpferisch hochwertigen Montagabendspiel verdientermaßen, aber am Ende doch mit etwas Glück ein 1:1-Unentschieden abgetrotzt. Sören Brandy brachte die Hausherren früh in Front (9.), Srdjan Lakic glich unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff aus (41.). Die besten Siegchancen hatte Lauterns Simon Zoller, der an Latte (70.) und Pfosten (90.+1) scheiterte. Die Pfälzer liegen nun drei Punkte hinter dem Relegationsplatz (Fürth) und fünf Zähler hinter dem ersten direkten Aufstiegsrang (Paderborn).

Brandy sofort wach

Sören Brandy (l.) hebt das Leder über den staunenden Lautern-Keeper Sippel hinweg ins Tor. Getty Images

Die ersten Minuten im Stadion an der Alten Försterei waren geprägt von taktischem Abtasten, wobei Union vor heimischer Kulisse etwas mehr Initiative ergriff. Kaiserslautern operierte zunächst vornehmlich mit langen Bällen auf den flinken Simon Zoller, der sich allerdings nicht entscheidend in Position brachte. Erstmals gefährlich wurden die Gastgeber – und sofort klingelte es: Köhler zog einen schönen Steilpass über Lauterns Innenverteidigung auf Sören Brandy, der die Kugel gefühlvoll im Vollsprint herunterpflückte und per Lupfer über Tobias Sippel hinweg zur Führung traf (9.). Der FCK suchte sofort nach der Antwort, versäumte es aber, sich nachhaltig in Tornähe zu katapultieren. So geriet ein saftloser Abschluss von Markus Karl aus 16 Metern zur ersten – nicht ganz so ernsten – Nagelprobe für Union-Keeper Daniel Haas (16.).

Die Berliner verhielten sich indes abgeklärt, setzten offensiv aber wenig Akzente. In der Rückwärtsbewegung hatten die Hausherren kaum Probleme, da bei Kaiserslautern nur Jean Zimmer ab und an Zug zum Tor entwickelte. Trotz dreier Stürmer (Lakic, Zoller, Idrissou) mangelte es den Pfälzern an Präsenz im Angriffsdrittel, Union reichte aggressives Zustellen, um den knappen Vorsprung sicher zu verteidigen. Dementsprechend avancierten Standardsituation zu Lauterns effektivster Waffe – Idrissou setzte eine Freistoßvorlage von Alexander Ring in die Wolken (32.). Doch ganz plötzlich wachten die Roten Teufel auf: Zunächst scheiterten Zoller (39.) und Ring (40.) noch knapp, unmittelbar darauf besorgte Srdjan Lakic den Ausgleich. Zoller hatte dem Kroaten von links eine Maßflanke serviert, die Lakic aus acht Metern mit schulbuchmäßigem Kopfballspiel zum 1:1 verwertete (41.).

Kurzweile und Zollers Knallbonbon

Kaiserslauterns Simon Zoller ärgert sich über seine ausgelassenen Großchancen. Getty Images

In den zweiten Durchgang startete Union gut erholt vom Schock kurz vor der Pause, agierte weiterhin sehr engagiert. Die Gäste hielten nun jedoch besser dagegen, sodass sich ein offener und kurzweiliger Schlagabtausch entwickelte. Nachdem Ungenauigkeiten oder fehlende Konsequenz beider Mannschaften dabei die ganz großen Gelegenheiten lange ausbleiben ließen, setzte Simon Zoller ein vehementes Ausrufezeichen: Der FCK-Torjäger zog an Gegenspieler Fabian Schönheim vorbei und packte per Dropkick vom rechten Strafraumeck einen Kracher aus – nur die Latte stand im Weg (70.). Bitter für die Pfälzer, denen nun zunehmend die Zeit davon lief. Ein Dreier musste her, um Fürth und Paderborn auf den Fersen zu bleiben.

Union fightete derweil leidenschaftlich und verlegte sich aufs Kontern. Damir Kreilach hatte dabei per Kopf Berlins erste nennenswerte Chance in Halbzeit zwei, Sippel stand goldrichtig und fing die Kugel problemlos (78.). In der Schlussphase drängte Lautern auf den Sieg, suchte ihn meist planlos – und war doch so nahe dran: Zoller durfte nach energischer Vorarbeit von Karl im Sechzehner abziehen und hatte wieder Aluminium-Pech. Der Pfosten verhinderte den Lucky Punch in der Nachspielzeit (90.+1). So blieb es beim Unentschieden.

Fazit zu Union Berlin – 1. FC Kaiserslautern vom 28.04.2014

Union hatte die Partie in den ersten knapp 40 Minuten gut im Griff, verteidigte hinten sehr aggressiv und war vorne effektiv – Brandy sorgte mit der einzigen echten Torchance für die frühe Führung. Als Lautern plötzlich den Turbo zündete, kamen die Pfälzer kurz vor der Pause zum verdienten Ausgleich durch Lakic. Nach Wiederanpfiff entwickelte sich ein ausgeglichener und kampfintensiver Schlagabtausch, dem das Reichtum an Torraumszenen abging. Letztlich hatte der FCK nach zwei Alu-Treffern von Zoller (70., 90.+1) Pech, dass es nicht mehr zum Sieg reichte.