Review: Stuttgart – Freiburg

Ein ganze Region atmet auf: Der VfB Stuttgart kann es noch. Mit einem Sieg der ganz besonders wertvollen Sorte konnten sich die Schwaben von einem Abstiegsplatz vorerst auf den rettenden 15. Rang befreien. Doch die letzten sechs Mannschaften liegen alle innerhalb von vier Punkten. Die unglaubliche Spannung ist auch dem sensationell aufspielenden Schlusslicht aus Braunschweig, das nach dem 3:0 über Hannover wieder in Reichweite ist,  zu verdanken.

Schwaben-Power von Beginn

Schon vor dem Anpfiff war den Verantwortlichen aus Stuttgart die Anspannung ins Gesicht geschrieben. Die Partie gegen den direkten Abstiegskonkurrenten SC Freiburg war wohl eines der wichtigsten Heimspiele in dieser Saison und zudem ein Derby. Dementsprechend verbissen starteten beide Mannschaften in das Spiel. Nach 14 Minuten testete Stuttgarts Didavi das erste Mal Baumann. Freiburgs Schlussmann reagierte glänzend und lenkte den Schuss aus 25 Meter über die Querlatte. Einmal noch Gentner in der ersten Hälfte, dann waren die ersten 45 Minuten bereits um. Die Schwaben wollten es mehr, scheiterten aber bei den wenigen Großchancen die sie hatten.

 

Glanztat. Sven Ulreich macht sich ganz lang und pariert aus kurzer Distanz einen Ginter-Schuss. Getty Images

In der 56. Minute dann fast die Gäste-Führung. Ein Mehmedi-Kopfball zwang Sven Ulreich zu einer Glanzparade. Was, wenn der VfB an dieser Stelle in Rückstand geraten wäre. Im Abstiegskampf entscheiden eben nur Nuancen. Als hätte diese Chance auch den letzten VfB-Akteur wachgerüttelt. Plötzlich war die Partie fest in Händen der Gastgeber. In der 69. Minuten befreit Maxim die Hausherren mit der 1:0-Führung. Danach überstanden die Gastgeber eine Reihe von guten Chancen der Gäste. Sowohl Mehmedi als auch Matthias Ginter fanden im überragenden Ulreich ihren Meister. In der 89. Minute erlöste Martin Harnik alle Anhänger und Funktionäre. Die 2:0-Führung und die Party in der Mercedes-Benz Arena konnte losgehen.

„Nur ein kleiner Schritt“

Tür-Öffner. Alexandru Maxim (l.) bejubelt seinen 1:0-Führungstreffer. Getty Images

„Abstiegskampf ist Wahnsinn pur. Man hat das Knistern auf dem Platz gespürt“, analysierte VfB-Sportchef Fredi Bobic nach dem Spiel.  Ein VfB-Sieg, der Hoffnung macht. Die Schwaben wie auch der Hamburger SV konnten an diesem 29. Spieltag wichtige Siege einfahren. Die beiden Bundesliga-Schwergewichte wehren sich also doch. Auch der SC Freiburg steht mit 29 Punkten und Rang 14 weiterhin gut dar. SC-Trainer Christian Streich gibt sich optimistisch: „Wir gehen weiter auf unserem Weg.“ Trainer-Legende Huub Stevens zeigte sich angesichts der guten Leistung seiner Mannschaft trotzdem zurückhaltend: „Die drei Punkte waren nötig, aber das war nur ein kleiner Schritt.“

Fazit zu Stuttgart – Freiburg vom 05.05.2014

Der Sieg des VfB gibt der Favoriteneinschätzung der Buchmacher Recht. Die 1,8-Quote ist genauso eingetroffen wie die von uns prognostizierte 0:1-Handicap-Wette mit einer guten Quote von 3,1. Zu drei Toren ist es jedoch nicht gekommen, auch wenn die Chancen dafür da waren, vor allem aber weil der VfB überraschend wenig zugelassen hat. Hält die neue Defensivstabilität nun an? Dies wäre wohl unabdinglich, denn am Samstag geht es zu einem sehr schweren Auswärtsspiel gegen Borussia Mönchengladbach. Das wird eine ganz andere Aufgabe als der SC Freiburg. Doch Stuttgart hat bereits in knappen Niederlagen gegen den FC Bayern oder Borussia Dortmund bewiesen, dass auch gegen die Top-Teams etwas möglich sein könnte. Wir erwarten die Partie mit Spannung