Review: Real Madrid – FC Bayern

Der FC Bayern hat es verpasst, sich eine gute Ausgangsposition im Halbfinal-Hinspiel bei Real Madrid zu verschaffen und steht nach einer verdienten 0:1-Pleite vor dem Aus. Über weite Strecken der Partie ließen die Münchener vieles vermissen, was sie im Laufe der bisherigen Saison so stark gemacht hat. Zwar agierte die Guardiola-Elf gewohnt mit hohem Ballbesitz, doch viele Ungenauigkeiten im Aufbauspiel und kaum zwingende Aktionen nach vorne stellten taktisch gut eingestellten Madrilenen vor wenig Probleme.

Cristiano Ronaldo (r.) ließ sich von der schwachen Bayern-Abwehr um Boateng nicht stoppen. Getty Images

Im Vorfeld wurde wild spekuliert, ob die ‚teuerste Flügelzange der Welt‘ Gareth Bale und Cristiano Ronaldo spielen könnte. Beide mussten zuletzt wegen Krankheit und Verletzung passen, doch zumindest Ronaldo lief gegen die Bayern von Beginn auf. Für den zunächst auf der Bank Platznehmenden Bale begann der Spanier Isco. Di Maria rückte dafür auf den rechten Flügel. Pep Guardiola brachte den in der Bundesliga gesperrten Rafinha und stellte dafür Lahm wieder auf die ‚Sechs‘. Thomas Müller und Mario Götze fanden keinen Platz in der Anfangself des spanischen Star-Trainers. Die Bayern kamen in der Anfangsphase besser ins Spiel und drängten Real tief in deren Hälfte zurück. Einige Eckbälle waren die Folge, die jedoch allesamt verpufften.

Benzema staubt ab

Keine Chance für Neuer. Reals Karim Benzema (r.) schiebt aus kurzer Entfernung sicher ein. Getty Images

Real lauerte auf Fehler der Bayern und wurde belohnt. Ronaldo bediente Linksverteidiger Contraeo, der Boateng überlief und scharf vors Tor passte, wo Dante und Alaba verpassten, sodass Benzema mühelos zur Führung einschob (19′.). Wer nun glaubte die Bayern erwachen aus ihrer Lethargie, sah sich gettäuscht. Kurze Zeit später der nächste Fehler im Aufbauspiel und Ronaldo bekam das Leder frei vors Tor serviert. Doch der eigentlich so treffsichere Portugiese schoss die Kugel über den Balken. Chancen für die Bayern? Fehlanzeige! Kurz vor dem Seitenwechsel eine weitere Unsicherheit in der Münchener Abwehr. Alaba verschätze sich bei einem Flankenball und di Maria kam unbedrängt zum Abschluss, jagte das Spielgerät aus spitzem Winkel jedoch über den Kasten.

Götze hat Ausgleich auf dem Schlappen

Große Chance. Mario Götze zieht ab, doch Iker Casillas wehrt den Schuss des Bayern-Stars ab. Getty Images

Nach dem Seitenwechsel knüpften die Bayern an ihre schwache Leistung vom ersten Durchgang an. Alaba schlug ein Luftloch, Ronaldo erkannte die Situation, scheiterte mit seinem Versuch aber am besten Münchener – Torwart Manuel Neuer. Der Münchener Zentrale um Schweinsteiger und Kroos fehlte es an Ideen, Ribéry ließ sich von Newcomer Carvajal regelmäßig abkochen und der fleißige Arjen Robben versuchte zwar immer wieder Aktionen, lief sich allein auf weiter Flur aber auch oft fest. Erst gegen Mitte der zweiten Halbzeit entwickelten die Bayern etwas zwingendere Bemühungen Richtung Real-Tor. Mit Martinez, Götze und Müller für Rafinha, Schweinsteiger und Ribéry brachte Guardiola neuen Schwung in die Partie. Müller hatte zugleich auch eine gute Chance, zog aber letztlich knapp zwei Meter am Kasten vorbei. Die beste Gelegenheit zum Ausgleich vergab schließlich Mario Götze, der von Müller bedient, aus kurzer Distanz am gut reagierenden Casillas scheiterte.

Fazit zu Real Madrid – FC Bayern vom 23.04.2014

Die anvisierte Triple-Verteidigung wird nach der Niederlage in Madrid schwer zu realisieren. Bei den Spaniern zu verlieren, kann passieren und ein 0:1 ist trotz des fehlenden Auswärtstor immer noch aufzuholen. Angesichts der fahrigen und unkonzentrierten Spielweise der Münchner sind allerdings berechtige Zweifel an einem Erfolg im Rückspiel angebracht. Zu ideenlos, zu mutlos präsentierten sich die Bayern. Nur mit einer deutlichen Leistungssteigerung kann der Traum vom erneuten CL-Triumph doch noch weitergeträumt werden.