Review: Mainz 05 – Hamburger SV

Der Hamburger SV hat den Dreikampf im Tabellenkeller um den Relegationsplatz für sich entschieden, allerdings ohne eigenes Zutun. Trotz der fünften Niederlage in Folge blieb der Noch-Bundesliga-Dino dank der gleichzeitigen Pleiten des 1. FC Nürnberg und von Eintracht Braunschweig auf dem 16. Tabellenplatz.

Der 1. FSV Mainz 05 hat derweil mit dem 3:2 gegen den HSV den siebten Platz verteidigt und damit den Einzug in die Europa League geschafft. Dabei sorgten die vor dem Spiel aufgekommenen Gerüchte um einen bevorstehenden Abschied von Trainer Thomas Tuchel, wozu sich der Verein aber erst am Sonntag offiziell äußern will, für Unruhe.

Hoffnungsträger Lasogga trifft

Ausgleich. Pierre-Michel Lassoga markiert per Kopf das zwischenzeitliche 1:1. Getty Images

Vor 34.000 Zuschauern in der ausverkauften Coface-Arena trat der HSV, bei dem im Vergleich zur Vorwoche Pierre-Michel Lasogga anstelle von Ivo Ilicevic in die Startelf rückte, von der ersten Minute an entschlossen auf, geriet aber dennoch früh in Rückstand. Nach sieben Minuten misslang Heiko Westermann eine Rückgabe mit der Brust zu Keeper René Adler völlig und Elkin Soto nützte den kapitalen Schnitzer zur Mainzer Führung. Der HSV zeigte sich in der Folge aber keineswegs geschockt, sondern ergriff sofort wieder die Initiative und kam nur fünf Minuten später zum schnellen Ausgleich. Nach einem Schuss von Rafael van der Vaart, den der Mainzer Schlussmann Loris Karius nur abklatschen konnte, stand Lasogga goldrichtig und staubte zum 1:1 ab. Bei weiteren Chancen im ersten Durchgang hatten Michael Mancienne und Robert Tesche die Hamburger Führung auf dem Kopf, zielten aber jeweils knapp am Tor vorbei. Van der Vaart hatte noch vor der Pause gleich zweimal Pech, als Soto eine direkt aufs Tor gezogene Ecke des Niederländers auf der Linie klären konnte und Karius einen Freistoß des HSV-Regisseurs stark parierte.

Mainz schießt sich nach Europa

Yunus Malli steht goldrichtig und schießt das Leder zum 2:1 in die Maschen. Getty Images

Nach Wiederbeginn bot sich den Zuschauern, die schon in den letzten Minuten vor der Halbzeit leicht verbesserte Gastgeber gesehen hatten, ein völlig anderes Bild. Mainz übernahm nun vollends das Kommando, während der HSV nur noch selten in der Hälfte der 05er auftauchte. Sobald dies der Fall war, wurde es über Lasogga in der 52. und Hakan Calhanoglu in der 62. Minute aber richtig gefährlich. Während die Hamburger ihre Chancen aber nicht nutzen konnten, traf auf der Gegenseite Yunus Malli von der Strafraumgrenze nach 65 Minuten zum 2:1, woraufhin der HSV anders als zu Beginn des Spiels keine Reaktion zeigte. Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt auch die klaren Zwischenergebnisse der Konkurrenz aus Nürnberg und Braunschweig durchgesickert, sodass sich HSV-Coach Mirko Slomka sogar den Luxus erlaubte und Lasogga bereits 23 Minuten vor Schluss vom Platz holte, um den einzig torgefährlichen Angreifer im Kader für die Relegation zu schonen. Und die 05er nutzten ihre nun klare Dominanz in der 82. Minute zum 3:1 durch Shinji Okazaki, woraufhin sich der HSV aber nochmals zurückmeldete und fast im Gegenzug durch Ivo Ilicevic auf 3:2 verkürzte. In den Schlussminuten geriet der Mainzer Heimsieg dann nicht mehr in Gefahr, sodass die Europa Feierlichkeiten beginnen konnten.

Fazit zu Mainz 05 – Hamburger SV am 10.05.2014

Mainz 05 hat sich für eine starke Saison belohnt und völlig verdient den Einzug in die Europa League geschafft. Vor allem nach der Pause wiesen die 05er noch einmal ihre Qualitäten nach und besiegten einen HSV, der insbesondere in der Form der ersten Halbzeit mit einem guten Gefühl in die Relegation gehen kann. Um gegen den Zweitliga-Dritten zu bestehen, darf sich der Bundesliga-Dino aber keine gravierenden Schnitzer wie in Mainz von Westermann erlauben und sollte zudem in der Offensive noch etwas mehr Effektivität an den Tag legen.