Review: Kaiserslautern – Dresden

Der 1. FC Kaiserslautern hat eine minimale theoretische Chance auf die Teilnahme an der Relegation zur Bundesliga gewahrt. Gegen harmlose Gäste von Dynamo Dresden fuhren die Pfälzer einen verdienten und zu keiner Zeit gefährdeten 4:0-Sieg ein. Ein Eigentor von Dresdens Toni Leistner (5.) hatte die Gastgeber früh auf die Siegerstraße gebracht, Mohammadou Idrissou sorgte im zweiten Durchgang mit einem Doppelpack (63., 84.) für klare Verhältnisse. Kevin Stögers Traumtor (90.+2) rundete den Nachmittag sehenswert ab. Dresden verharrt derweil auf Relegationsrang 16 und hat nächste Woche ein Endspiel gegen die punktgleiche Arminia aus Bielefeld vor der Brust.

Dresden trifft – ins eigene Tor

Ton Leistner (r.) trifft für Dresden – aber ins eigene Tor. Imago

Der FCK erwischte einen traumhaften Start in die Partie: Karim Matmour zog einen Freistoß aus dem Halbfeld geschickt vor den Kasten, Dresdens Toni Leistner misslang der Klärungsversuch – und der Ball schlug im eigenen Netz zur Lauterer Führung ein (5.). Dynamo versteckte sich allerdings nicht, suchte auch nach dem Schock des frühen Rückstands immer wieder mutig den Weg nach vorne. So entwickelte sich eine abwechslungsreiche Partie, deren Erscheinungsbild von zahlreichen intensiven Mittelfeldzweikämpfen geprägt war. Für neuerliche Torgefahr sorgten Karim Matmour, Ruben Jenssen und Willi Orban fast im Sekundentakt nach einer guten Viertelstunde: Zunächst tankte sich Matmour gegen zwei Gegenspieler durch und scheiterte an Kirsten (16.). Der darauf folgende Eckball landete vor den Füßen von Jenssen, der aus 20 Metern ein Pfund auspackte – wieder war Kirsten zur Stelle (17.). Und auch ein Kopfstoß von Orban konnte den Dresdener Keeper nicht überwinden (18.).

Lautern hatte nun eindeutig die Oberhand, kontrollierte das Geschehen. Jedoch nicht für Dauer, denn ohne Not leisteten sich die Roten Teufel nach einer knappen halben Stunde einen Bruch in ihrem Spiel. Dynamo zeigte sich infolgedessen wieder öfter in der gegnerischen Hälfte, ließ jedoch im Angriffsdrittel gewinnbringende Struktur vermissen. Die großen Torgelegenheiten hatte daher trotz mäßigem Auftritt der FCK: Srdjan Lakic durfte nach amateurhaftem Missverständnis im Deckungsverbund der Gäste völlig frei vor Kirsten aus acht Metern abschließen, schob die Kugel jedoch kläglich in die Arme des Torwarts (38.). Zur Pause blieb es damit beim knappen Vorsprung der Hausherren.

Überflieger. Dresden-Keeper Benjamin Kirsten verhinderte ein Debakel. Imago

Zu Beginn des zweiten Durchgangs brachte Dynamo-Trainer Olaf Janßen mit Mickael Pote einen weiteren Stoßstürmer. Doch der FCK war weiterhin das gefährlichere Team, Jean Zimmer gab den ersten Warnschuss nach Wiederanpfiff ab (49.). Kurz darauf gelang den Pfälzern beinahe das zweite Tor: Ein Versuch von Alexander Ring wurde vor die Füße von Florian Dick abgeblockt. Der Rechtsverteidiger zog aus kurzer Distanz sofort ab, doch Kirsten wehrte exzellent per Fuß ab (53.). Dresden agierte derweil zu stümperhaft im Vorwärtsgang – und hatte hinten Glück, dass Lautern die frühzeitige Entscheidung trotz aussichtsreicher Möglichkeiten versäumte.

Rot, Elfer, Tor

So halfen die Sachsen eben selbst nach: Vincenzo Grifo riss Karim Matmour im Strafraum um, sah die Rote Karte und Schiedsrichter Wolfgang Stark entschied zurecht auf Strafstoß. Mohammadou Idrissou verlud Kirsten lässig und schob zum überfälligen 2:0 ein (63.). Die Partie war nun entschieden, Alexander Ring hätte das auch rasch in Zahlen ausdrücken können, schlenzte aus wenigen Metern jedoch zu ungenau (67.). In der Schlussphase trudelte das Spiel aus – Dresden war nicht in der Lage, noch einmal für Spannung zu sorgen, Kaiserslautern verwaltete den Vorsprung problemlos und kam durch Idrissous sehenswerten Kopfballtreffer sogar noch zum 3:0 (84.). In der Nachspielzeit besorgte ein fulminantes Traumtor des eingewechselten Kevin Stöger schließlich den 4:0-Schlusspunkt.

Fazit zu Lautern – Dresden am 04.05.2014

Der FCK war über die komplette Spielzeit das reifere und spielerisch deutlich überlegene Team. Die schnelle Führung spielte den Lauterern natürlich in die Karten, zahlreiche weitere Torgelegenheiten hätten schon früher für klare Verhältnisse sorgen müssen. So war die Partie erst nach Elfmeter und Roter Karte für Dresdens Grifo nach einer guten Stunde entschieden. Hochverdienter Sieg für den FCK, der angesichts von drei Punkten und sieben Toren Rückstand auf das drittplatzierte Greuther Fürth allerdings wertlos bleiben sollte.