Review Köln – Bochum

Vor erstligareif stimmungsvoller Kulisse im ausverkauften Rhein-Energie-Stadion hat der 1. FC Köln den Aufstieg in die Bundesliga endgültig perfekt gemacht. Die Gäste vom VfL Bochum schienen dabei zunächst auf gutem Weg zum Partycrasher, lagen nach Eigentor von Kölns Adam Matuschyk (42.) bei Halbzeit nicht unverdient in Front. Im zweiten Abschnitt besannen sich die Geißböcke jedoch rasch und drehten die Partie durch Treffer von Marcel Risse (50.), Patrick Helmes (63.) und Anthony Ujah (81.) in einen 3:1-Sieg.

Bochum war wenig beeindruckt von den voll besetzten Rängen, begann selbstbewusst und ließ früh mit zwei gute Chancen aufhorchen. Sowohl Richard Sukuta-Pasu (4.) als auch Danny Latza (5.) brachten ihre Versuche aber nicht im Tor unter. Köln schien derweil von der Aussicht auf die Aufstiegsfeier in der Anfangsphase eher gelähmt als beflügelt. Mit zunehmender Spieldauer beherrschte Köln das Geschehen dann nachhaltiger.

Latza schockt Köln

Kurzzeitiger Schock für den FC. Danny Latza köpft zur Bochumer Führung ein. Getty Images

Dabei brauchte der designierte Aufsteiger allerdings eine gewisse Anlaufzeit, um mangelnde Passgenauigkeit im Angriffsdrittel abzustellen. So deutete ein Schuss aus der zweiten Reihe von Daniel Halfar erstmals Gefahr an (23.), ehe VfL-Keeper Andreas Luthe gegen einen Versuch von Kazuki Nagasawa sein ganzes Können aufbieten musste (27.). Da sich Bochum nun erfolgreich auf defensive Wertarbeit fokussierte und kaum noch vorne in Erscheinung trat, spielte sich ein Großteil der Partie zwischen den beiden Strafräumen ab. Lediglich ein verunglückter Abschluss von Patrick Helmes (35.) erweiterte vorerst die spärlich besäte Highlight-Agenda. Für Zuwachs noch vor dem Halbzeitpfiff sorgte überraschenderweise der VfL – und wie! Nachdem Yusuke Tasaka per Kopf nur den Pfosten getroffen hatte (41.), sorgte ein unmittelbar folgender Eckball für die Führung der Gäste: Florian Jungwirth verlängerte auf Danny Latza, der Mittelfeldakteur köpfte Gegenspieler Adam Matuschyk an und der Ball trudelte aus fünf Metern über die Torlinie (42.).

Der Joker sticht. Kölns Marcel Risse feiert sein Tor zum Ausgleich. Getty Images

Nach dem Seitenwechsel setzte FC-Trainer Peter Stöger auf frisches Blut, brachte Marcel Risse für den enttäuschenden Matuschyk. Ein Glücksgriff, denn Risse bedankte sich umgehend für das Vertrauen: Slawomir Peszko legte quer, der gebürtige Kölner zog aus 20 Metern zentraler Position trocken ab und traf zum Ausgleich (50.). Nicht nur das Publikum erwachte nun aus dem Dornröschenschlaf – auch auf dem Platz traten die Hausherren verbessert auf und drängten auf den Führungstreffer. Bochum sah sich einer Kölner Angriffswelle ausgesetzt, Risse gelang dabei beinahe der Biltz-Doppelpack (55.). Luthe hatte seinen Abschluss vom Strafraumeck allerdings gut entschärft.

Köln dreht auf und feiert

Auftakt zur Party-Sause. Die FC-Spieler feiern den Bundesliga-Aufstieg. Getty Images

Kurz darauf gelang dem Bochumer Torhüter die nächste Glanztat – sie erwies sich jedoch als brotlose Kunst. Der Reihe nach: Jonas Acquistapace hatte Patrick Helmes im Sechzehner mit einem Schubser zu Fall gebracht. Acquistapace wurde wegen Notbremse mit Roter Karte des Feldes verwiesen, der Gefoulte trat selbst zum fälligen Elfmeter an. Dabei fand Helmes zunächst seinen Meister im stark reagierenden Luthe – und traf dann doch noch im Nachschuss zum 2:1 (63.). In Überzahl hielt Köln seine neu gewonnene Dominanz aufrecht. Bochum wehrte sich nach Kräften, agierte offensiv allerdings recht limitiert – und musste hinten den endgültigen K.o. einstecken: Risse setzte Anthony Ujah traumhaft in Szene, der Nigerianer behielt frei vor Luthe die Nerven und schob ein (81.). Die letzten zehn Spielminuten wurden zum Warm-Up einer ausgiebigen Aufstiegs-Party.

Fazit zu 1. FC Köln – VfL Bochum am 21.04.2014

Bochum verdiente sich im ersten Durchgang hohen Respekt, lieferte ein gutes Auswärtsspiel ab. Zudem verzeichneten die Gäste sowohl quantitativ als auch qualitativ ein Übergewicht an Torgelegenheiten und lag zurecht zur Pause vorn. Mit der Hereinnahme von Risse gelang Köln dann jedoch eindrucksvoll der Umschwung, sodass der hochverdiente Aufstieg nun unter Dach und Fach ist. Bochum scheint dennoch gut gerüstet, die letzten Zähler für den sicheren Klassenerhalt alsbald einzusammeln.