Review: Ingolstadt – Greuther Fürth

Nach der Pleite von Konkurrent Paderborn wollte Greuther Fürth die Gunst der Stunde nutzen und mit einem Sieg den Abstand zu den Nicht-Aufstiegsplätzen vergrößern. Doch die Aufgabe FC Ingolstadt erwies sich schwieriger als gedacht. Personell vertraute Fürth-Coach Frank Kramer der Elf aus dem 2:2 bei St. Pauli. Für den gelbgesperrten Tom Weilandt kehrte der zuletzt erkrankte Top-Scorer Zoltan Stieber zurück ins Team. Sein Gegenüber Ralph Hasenhüttl brachte Konstantin Engel für den erkrankten Danilo und setzte mit dem schellen Stefan Lex anstelle von Karl-Heinz Lappe auf einen ehemaligen Fürther.

Furiose Ingolstädter Anfangsphase

Lahmte das Offensiv-Spiel der Schanzer beim 0:0 in Düsseldorf noch, überraschte Ingolstadt mit einer dynamischen Anfangsphase. Lex war es, der die erste Chance einleitete. Nach beherztem Dribbling durch die Mitte bediente er den aufgerückten Rechtsverteidiger Danny da Costa, der das Leder jedoch über den Kasten setzte (3.). Kurz darauf erneut Lex. Er luchste Gießelmann an der Eckfahne den Ball ab, flankte Richtung Fünf-Meter-Raum, wo Philipp Hofmann freistehend am langen Pfosten vorbei köpfte (5.). Hofmann hatte auch gleich die nächste Chance. Seinen Linksschuss aus 15 Metern zentral aufs Tor konnte Fürth-Keeper Hesl jedoch klären.

 

Ingolstadts Almog Cohen (r.) war den Fürthern um Stephan Fürstner oft einen Schritt voraus. Getty Images

Nach Ecke (12.) von rechts schraubte sich der Ex-Fürther Andre Mijatovic hoch, scheiterte mit seinem Kopfball aus Nahdistanz jedoch am prächtig reagierenden Hesl. Erst nach 15 Minuten konnten sich die Franken von dem Angriffs-Druck der Gastgeber befreien und selbst Akzente setzen. Nach einem Konter steckte Pledl das Leder in den Lauf von Brosinski, der jedoch einen Tick zu spät kam und an Ramazan Öczan scheiterte. Mit drei Zu-Null-Partien in Folge erwies sich die Defensive der Hausherren wieder als Prunkstück des Ingolstädter Spiels und ließ kaum zwingende Offensiv-Aktionen der Fürther zu. Mit fortlaufender Spieldauer agierten beide Teams taktisch diszipliniert, sodass es bis zum Halbzeitpfiff keine weiteren Torchancen gab.

Das Bild täuscht. Nur selten konnte Fürth um Pledl (l.) den Gegner aus Ingolstadt überlaufen. Getty Images

Keine drei Minuten nach Wiederanpfiff hatte Lex das 1:0 auf dem Kopf. Einen Groß-Eckball fälschte Hofmann mit dem Rücken zu Lex ab, der jedoch aus drei Metern die Kugel über den Kasten setzte. Doch wer jetzt einen ähnlich Verlauf wie in Hälfte Eins erwartete, sah sich gettäuscht. Viele Ungenauigkeiten im Passspiel beider Mannschaften prägten fortan das Geschehen. Nach einer knappen Stunde eine aussichtsreiche Freistoß-Gelegenheit fürs Kleeblatt. Niko Gießelmann schlenzte den Ball aus knapp 23 Metern allerdings rund einen Meter neben das Gehäuse. Zehn Minuten später. Defensiv-Spezialist Alfredo Morales setzte sich im Strafraum durch, verzog jedoch aus leicht spitzem Winkel und haute die Kugel ans Außennetz (71.)

Özczan wird zum Dreifach-Helden

Ramazan Öczan ahnt die Ecke und wehrt den Elfmeter von Djurdjic ab. Getty Images

Mit Beginn der Schlussviertelstunde wurde Fürth wieder etwas aktiver. Nach einer Flanke von der linken Seite fällte Roger Pledl im 16er. Schiedsrichter Osmers zeigte zurecht auf den Punkt und Djurdjic gab sich die große Chance zur Führung. Doch Öczan machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Den Strafstoß wehrte der Österreicher nach vorne ab, den Nachschuss parierte er ebenfalls und auch den dritten Versuch konnte er im Liegen  vor dem Einschlag im Netz bewahren (78.). Bereits der dritte gehaltende Elfmeter von Öczan in dieser Saison. In der Nachspielzeit hatte der agile Caiuby den Siegtreffer für Ingolstadt auf dem Schlappen. Seine sehenswerte Direktabnahme strich jedoch knapp am  rechten Pfosten vorbei.

Fazit zum Spiel Ingolstadt – Greuther Fürth vom 07.04.2014

Greuther Fürth lieferte eine enttäuschende Vorstellung. Für einen Aufstiegs-Kandidaten präsentierten sich die Franken ohne Durchschlagskraft im Angriff und konnten die Patzer der Konkurrenz aus Paderborn und Kaiserslautern nicht nutzen. Ingolstadt zeigte, warum es seit nunmehr über seit 421 Minuten ohne Gegentor ist. Bereits am Freitag (11.04.2014, 18.30 Uhr) kommt mit dem SC Paderborn der nächste Aufstiegs-Aspirant in den Audi-Sportpark. Fürth erwartet am Samstag Ergebirge Aue (12.04.2014, 13.00 Uhr) und wird alles dafür tun, die drei Punkte in Franken zu behalten, bevor es eine Woche später zum absoluten Aufstiegs-Showdown in Paderborn kommt.