Review: Hamburger SV – FC Bayern

Gegen den FC Bayern München konnte der Hamburger SV keinen Boden im Abstiegskampf gut machen. Nach dem 4:1-Sieg der Münchner steht der HSV weiterhin auf dem Relegationsplatz, die direkten Konkurrenten aus Braunschweig und Nürnberg konnten jedoch ebenfalls nicht punkten. Matchwinner war Mario Götze, der zwei Treffer selber erzielte und beim Tor von Müller maßgeblich beteiligt war. Zwar konnte der HSV das Spiel in der ersten Hälfte offen gestalten, eine Leistungssteigerung der Bayern in Hälfte Zwei reichte dann aber aus, um Hamburgs Defensive auszuhebeln.

Bei den Bayern fehlte lediglich der mit Rückenproblemen in München gebliebene Ribéry, ansonsten zeigte Coach Guardiola mit seiner Aufstellung, wie ernst er das Spiel nahm. Im Gegensatz zur Partie gegen Real Madrid rückten Müller, Götze und Martinez in die Startelf. Hamburgs Trainer Slomka schickte die erwartete Elf ins Rennen, die Hoffnungen der Fans lagen dabei auf dem wieder fitten Spielmacher van der Vaart. In der ersten halben Stunde der Partie war den Gästen aus München das bittere Ausscheiden gegen Real Madrid im Champions League-Halbfinale noch deutlich anzumerken. Zwar hatten die Bayern mal wieder mehr Ballbesitz (70%), leisteten sich jedoch schon nach 20 Minuten satte 25 Fehlpässe. Der HSV verteidigte dagegen leidenschaftlich und versuchte, den Ball vom eigenen 16er fernzuhalten. Nach dem ersten Torschuss des Spiels durch Robben (7.) war es dann der Hamburger Ilicevic, der in der 14. Minute den Ball aus halblinker Position neben das Tor der Bayern setzte.

Götze schockt den HSV

Götze (r.) trifft zum 1:0. HSV-Keeper Adler kann dem ins Tor rollenden Ball nur hinterherschauen. Getty Images

Gleich zweimal hätte Manuel Neuer dem HSV fast ein Gastgeschenk beschert, seine Aussetzer nach Rückpässen seiner Hintermannschaft konnten die Hamburger jedoch nicht in Tore ummünzen. Es dauerte dann bis zur 32. Minute, ehe der FC Bayern zu seiner ersten richtige Torchance kam, diese nutzen die Münchner aber eiskalt. Nach einem Doppelpass mit Robben tauchte Götze frei vor Torhüter Adler auf und schob locker zur 1:0-Führung für die Gäste ein. Danach fanden die Spieler von Trainer Guardiola wieder zu ihrem dominanten Kurz-Pass-Fußball zurück und wurden sichtlich lockerer. Kurz vor der Pause hatten sowohl Müller auf Seiten der Bayern (40.), als auch van der Vaart (42.) und Ilicevic (43.) für den HSV noch Chancen für ihre Farben zu treffen.

HSV-Bollwerk bricht zusammen

Pure Enttäuschung. Die HSV-Spieler Milan Badelj (l.) und Jonathan Tah nach der 1:4-Niederlage. Getty Images

Nach der Pause zeigte der Deutsche Meister dann wieder seinen dominanten Fußball aus der Hinrunde, die Gegenwehr der Gastgeber verblasste von Minute zu Minute. Nach einer Ecke ließen die HSV-Spieler Mario Götze im Strafraum völlig frei, seinen Schuss fälschte Müller noch minimal zum 2:0 ab. Danach ließen sich die Münchner etwas mehr zurückfallen, zwei Chancen von Alaba (56.) und Calhanoglu (66.) folgte dann ein schöner Konter der Bayern, den Götze aus 10 Metern Torentfernung zum 3:0 abschloss. Nun spielten sich die Gäste richtig warm, kombinierten teilweise sehenswert und ließen dem HSV keine Luft mehr zum Atmen. Zwar konnte Calhanoglu in der 72, Minute mit einem platzierten Distanzschuss noch auf 3:1 verkürzen, nur drei Minuten später stellte der eingewechselte Pizarro jedoch durch einen sehenswerten Fallrückzieher den alten Abstand wieder her. Völlig überflüssig holte sich Bayerns Boateng kurz vor Schluss (86.) noch die rote Karte ab, als er mit Hamburgs Demirbay aneinander geriet.

Fazit zu Hamburger SV – FC Bayern am 03.05.2014

Der HSV spielte eine sehr engagierte erste Halbzeit, verteidigte aggressiv und ließ den Bayern wenig Raum zum spielen. Mit der ersten richtigen Chance schockte Mario Götze aber dann mit seinem schön herausgespielten 1:0 die Gastgeber. In der zweiten Hälfte konnten die stark abstiegsgefährdeten Hamburger nicht mehr an die Leistung aus Hälfte Eins anknüpfen und verloren nach und nach den Faden. Folgerichtig fielen dann die nächsten Treffer für die verbesserten Münchner, teilweise erinnerte das Zusammenspiel des Deutschen Meisters schon wieder an die starken Auftritte aus der Hinrunde. Zwar kam der HSV durch Calhanoglu noch zum Anschlusstreffer, ein Aufbäumen auf Seiten der Hanseaten fand aber auch danach nicht mehr statt.