Review: Bor. M’Gladbach – FSV Mainz

Borussia Mönchengladbach hat sich mit einem 3:1-Sieg gegen den 1. FSV Mainz 05 seine Chance auf die Champions League gewahrt und zum anderen den sechsten Platz abgesichert. Damit erspart sich die Borussia, sollte es nicht doch noch zu mehr reichen, im Sommer eine Qualifikationsrunde für die Europa League, um die Mainz nach der Pleite in Gladbach und dem gleichzeitigen Last-Minute-Sieg des FC Augsburg bei Eintracht Braunschweig nun wieder zittern muss. Vor dem letzten Spieltag haben die 05er nur noch einen Punkt Vorsprung auf den FCA und müssen das Heimspiel gegen den Hamburger SV folglich gewinnen, um aus eigener Kraft den Sprung nach Europa zu schaffen.

Nach dem wichtigen 1:0-Erfolg beim FC Schalke 04 am vergangenen Wochenende verzichtete Gladbachs Trainer Lucien Favre auf personelle Veränderungen und ließ auch den nach abgesessener Sperre verfügbaren Granit Xhaka zunächst auf der Bank. Favres Kollege Thomas Tuchel nominierte im Vergleich zum 2:0 gegen den 1. FC Nürnberg mit Niko Bungert einen dritten Innenverteidiger anstelle des offensiven Mittelfeldspielers Yunus Malli. Taktisch setzte Tuchel nicht zum ersten Mal in dieser Saison auf eine Fünfer-Abwehrkette, aus der sich die Außenverteidiger aber stets nach vorne einschalten und bei Ballbesitz das Mittelfeld verbreitern sollten.

Offensiv-Starkes Abwehrduo trifft zur Führung

Tränenreicher Abschied. Gladbach-Keeper ter Stegen dankt seinen Fans. Getty Images

In der Anfangsphase ging Tuchels Konzept auf. Mainz machte die Räume sehr eng, ließ die spielstarke Borussen-Offensive nicht zur Entfaltung kommen und wurde nach und nach selbst mutiger. Bereits nach 22 Minuten war die dichte Defensive der Gäste aber dann doch ausgehebelt, als Max Kruse nach einer Ecke im zweiten Anlauf nach innen flankte, Alvaro Dominguez mit dem Kopf querlegte und Martin Stranzl aus kurzer Distanz zum 1:0 einnickte. In der Folge ging Gladbach kein Risiko und beschränkte sich darauf, den Vorsprung zu verwalten, was bis zur Pause auch ohne große Probleme gelang. Nach dem Seitenwechsel wurde Mainz allerdings mutiger, scheiterte in Person von Elkin Soto aber mit einer Großchance am gut reagierenden ter Stegen, der in seinem letzten Heimspiel gebührend gefeiert wurde.  Auf der anderen Seite zeigte sich die Borussia ähnlich wie im ersten Durchgang wieder sehr effektiv. Nachdem ein Konter über Raffael und Patrick Herrmann durch eine schlechte Ballmitnahme von Max Kruse eigentlich schon vorbei war, konnte sich der Nationalspieler am Strafraumeck nahezu unbedrängt drehen und aus 18 Metern für den Mainzer Schlussmann Loris Karius unhaltbar zum 2:0 abziehen.

Christoph Kramer macht alles klar

Des einen Freud, des andern Leid. Während Kramer sein Tor feiert, sitzt der Frust bei Karius tief. Getty Images

Nach dem zweiten Gegentreffer war Mainz gezwungen, die Defensive zu lockern, was zu Gladbacher Konterchancen führte, bei denen die Vorentscheidung aber zunächst unter anderem deshalb ausblieb, weil Herrmann per Kopf an der Latte scheiterte. Vielmehr sorgte Eric-Maxim Choupo-Moting mit einem wuchtigen Kopfball nach Flanke von Zdenek Pospech in der 66. Minute für den Mainzer Anschlusstreffer, woraufhin die 05er noch mehr auf Offensive setzten und sich Gladbach viele Räume boten. Christoph Kramer ließ sich bei einem der häufigen Konter in der 77. Minute schließlich nicht lange bitten und traf auf Zuspiel von Kruse zum entscheidenden 3:1, das bis zum Schluss Bestand haben sollte, obwohl Mainz weiterhin alles versuchte.

Fazit zu M’Gladbach – Mainz 05 am 03.05.2014

Dank einer bemerkenswerten Effektivität in der Offensive war die Borussia schnell auf der Siegerstraße und verstand es, abgesehen vom kurzzeitigen Zittern nach dem Anschlusstreffer, das Spiel trotz weniger Ballbesitz (45:55 Prozent) zu kontrollieren. Mainz wurde für den betriebenen Aufwand nicht belohnt und muss nun kommende Woche gegen den HSV noch einmal alles in die Waagschale werfen, um die Europa League zu sichern. Gladbach kann das direkte Duell um die Champions League beim VfL Wolfsburg, wo für Platz vier bei einer gleichzeitigen Niederlage von Bayer Leverkusen gegen Werder Bremen ein Sieg her muss, selbstbewusst angehen.