Review: Gladbach – Hamburger SV

Borussia Mönchengladbach hat seine Chancen auf die Europa-League-Teilnahme gewahrt, der Hamburger SV taumelt weiter seinem ersten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga entgegen. Grund ist der 3:1 (1:1)-Sieg der Elf vom Niederrhein, die ihr Heimspiel vor 54.010 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park durch Tore von Filip Daems (37.), Raffael (75.) und Alvaro Dominguez (78.) für sich entschied. Jacques Zoua hatte die Hamburger in der 28. Minute noch in Führung gebracht. Mit 45 Punkten rangiert die Borussia auf Platz sechs. Der HSV rutschte durch die zweite Niederlage binnen neun Tagen auf den vorletzten Platz ab – wegen der schlechteren Tordifferenz gegenüber dem VfB Stuttgart. Zudem mussten die ohnehin personell arg gebeutelten Hamburger erneut einen Ausfall verkraften: Pierre-Michel Lasogga blieb nach 45 Minuten in Gladbach aufgrund muskulärer Probleme in der Kabine.

Hamburg zunächst besser

Spielstarke Gladbacher, stürmische Hamburger – Fehlanzeige. Fast eine halbe Stunde lang gestaltete sich die Partie zwischen den ambitionierten Rheinländern und den angeschlagenen Hanseaten nur wenig ansprechend. Zwar hatten die Gastgeber weitaus größere Spielanteile, schlugen daraus aber viel zu wenig Kapital. HSV-Trainer Mirko Slomka hatte seine Mannschaft auf den Abstiegskampf eingeschworen und sah eine kämpferische Leistung, die den Gladbachern das Leben schwer machte. Nach 28 Minuten half eine Standardsituation: Hakan Calhanoglus Freistoß erreichte Zoua, der zum umjubelten 1:0 aus Gäste-Sicht einköpfte. Nur fünf Minuten später hätte Rafael van der Vaart seine Mannschaft endgültig auf die Siegerstraße bringen können, verfehlte das Gehäuse aber per Kopf knapp.

 

Filip Daems trifft im Elfmeter-Nachschuss zum 1:1-Ausgleich. Getty Images

Was folgte, war der unglückliche Auftritt des Michael Mancienne, der einen Kopfball von Alvaro Dominguez mit der rechten Hand blockte – Strafstoß. Filip Daems (37.) trat an den Punkt – und scheiterte zunächst an HSV-Schlussmann René Adler, bügelte seinen schwachen Versuch aber mit dem Nachschuss zum 1:1 aus. Dem Nationaltorwart hatte es der HSV zu verdanken, dass er gegen nun gefährlichere Gladbacher nicht sogar mit einem Rückstand in die Pause ging. Gegen Juan Arango klärte Adler in der 43. Minute hervorragend.

 

Kämpferisch ging es nach der Pause weiter, spielerische Glanzpunkte setzten beide Teams nicht. Währen die Gastgeber bis zum Ende 62 Prozent Ballbesitz vorzuweisen hatten, überzeugte Hamburg mit dem etwas besseren Zweikampfverhalten (51 Prozent gewonnen). Mangelndes Engagement war jedoch beiden Mannschaften nicht vorzuwerfen; immerhin 17 Torschüsse gaben sowohl die Mannen von Slomka als auch die Favre-Schützlinge ab.

Spielerische Klasse entscheidet die Partie

Gladbachs Raffael lässt Hamburgs Rene Adler keine Chance und erzielt das 2:1. Getty Images

Allerdings kam das spielerische Potenzial der Gastgeber in der Schlussviertelstunde entscheidend zum Vorschein und sollte letztlich den Unterschied machen. In der 75. Minute leitete Christoph Kramer das 2:1 ein, als er Max Kruse freispielte, der wiederum Raffel mustergültig bediente. Der Torjäger (14 Treffer) schob locker ein. Drei Minuten später war es dann um den HSV geschehen. Joel Brouwers leitete einen Eckball zu Dominguez weiter, der unbedrängt zum 3:1-Endstand traf. Van der Vaart (84.), Zoua (85.) und Calhanoglu (88.) hatten allesamt noch den Anschlusstreffer auf dem Fuß, blieben aber erfolglos.

Fazit zum Spiel Gladbach- Hamburg vom 30.03.14

Diese Niederlage für den Hamburger SV war unnötig. Kämpferisch überzeugte die Slomka-Truppe vollends und beherrschte 35 Minuten das Geschehen. Wie sooft leitete ein individueller Fehler die Wende ein. Maciennes unnötiges Handspiel und das daraus folgende 1:1 brachte Gladbach wieder in die Partie. Im zweiten Durchgang spielte die Borussia dann ihre spielerische Klasse aus und zeigte sich vor dem Tor effektiv, während Hamburg einmal mehr vor dem gegnerischen Kasten Abschlussschwächen offenbarte. Die Gladbacher können dem HSV am kommenden Samstag Schützenhilfe im Abstiegskampf leisten, wenn sie beim aktuellen 15. aus Nürnberg (05.04.2014,15.30 Uhr, live bei Sky) gastieren. Die Hamburger selbst haben bereits am Freitagabend (04.04.2014, 20.30 Uhr, live bei Sky) im Heimspiel gegen den Tabellenvierten Bayer Leverkusen eine schwere Aufgabe zu lösen.