Review: Fürth – Hamburger SV

Mit eineinhalb dunkelblauen Augen hat der Hamburger SV den erstmaligen Abstieg aus der Bundesliga gerade noch vermieden. Nach einem torlosen Remis im Hinspiel reichte dem HSV im Relegations-Rückspiel bei der SpVgg Greuther Fürth dank der Auswärtstorregelung ein 1:1 zum Klassenerhalt. Besonders in der Schlussphase benötigte der Bundesliga-Dino, der nun in sein 52. Jahr im deutschen Fußball-Oberhaus geht, auch eine Portion Glück, um den Fürther Siegtreffer zu verhindern.

Im Vergleich zur schwachen Leistung vom Donnerstag bot HSV-Trainer Mirko Slomka mit Heiko Westermann, Tolgay Arslan und Marcell Jansen anstelle von Michael Mancienne, Robert Tesche und Tomas Rincon gleich drei neue Spieler auf. Stammkeeper René Adler wurde dagegen wegen einer Bandscheibenverletzung erneut durch Jaroslav Drobny vertreten.

Lebensversicherung Lasogga trifft erneut

Die Tormaschine schlägt wieder zu. Pierre-Michel Lasogga (l.) köpft das 0:1. Getty Images

Während Fürths Taktik, auf Konter zu spielen, nicht aufging, war der HSV im Spiel nach vorne gefährlich. So scheiterten Hakan Calhanoglu und Marcell Jansen nach einer Doppelchance in der 13. Minute am Pfosten und an Fürths Keeper Wolfgang Hesl. Den anschließenden Eckball versenkte aber einmal mehr der in den letzten Wochen verletzungsbedingt schmerzlich vermisste Pierre-Michel Lasogga mit einem Kopfball wie aus dem Lehrbuch zur Hamburger Führung und untermauerte damit seinen Ruf als Hamburger Lebensversicherung. Nach der völlig verdienten Führung kontrollierten die Gäste das Geschehen und hätte durch Lasogga in der 35. Minute sogar erhöhen können. Doch nachdem Hesl seine Elf im Spiel gehalten hatte, kam Fürth gegen Ende der ersten Halbzeit stärker auf und durch Ilir Azemi zu einer ersten guten Chance.

Fürstner sorgt für Hochspannung

Erleichterung.Hamburgs Heiko Westermann schreit seine Freude über den Klassenerhalt heraus. Getty Images

Nach dem Seitenwechsel hatte zunächst der HSV weiterhin das Geschehen im Griff und erneut durch Lasogga eine Großchance zum 2:0. Abermals war aber Hesl zur Stelle, musste aber lange Zeit wenig durchdachte Bemühungen seiner Vorderleute um den Ausgleich mit ansehen. In der 59. Minute zeigte Fürth dann aber mal das vorhandene Offensivpotential und wurde prompt mit dem 1:1 belohnt. Nach einem herrlichen Pass von Zoltan Stieber überwand Stephan Fürstner Drobny im HSV-Tor und sorgte in der mit 18.500 Zuschauern natürlich ausverkauften Trolli-Arena für Hochspannung. In der Folge schnürte die SpVgg den mit fortlaufender Spieldauer wie schon im Hinspiel körperlich abbauenden HSV in der eigenen Hälfte ein, kam aber weiter kaum zu zwingenden Chancen. Als Fürth in der Schlussphase alles nach vorne warf, unterlief Azemi in aussichtsreicher Position ein Stockfehler, sodass die Riesenchance zum 2:1 dahin war. Der eingewechselte Goran Sukalo stellte schließlich Drobny noch einmal mit einem Kopfball auf die Probe, doch letztlich brachte der HSV das Unentschieden über die Zeit.

Fazit zu SpVgg Greuther Fürth – Hamburger SV am 18.05.2014

Knapper kann man den Klassenerhalt nicht schaffen als der HSV. Mit lediglich 27 Punkten aus 34 Spieltagen und einem ganz schwachen Relegations-Hinspiel hätten sich die Hamburger wahrlich nicht darüber beschweren dürfen, wenn die Bundesliga-Uhr abgelaufen wäre. Nun gilt es für die Verantwortlichen beim HSV die Weichen zu stellen, um kommende Saison nicht erneut derart in die Bredouille zu geraten. Fürth wird sich nach dem verpassten Aufstieg gleich in doppelter Hinsicht ärgern: einerseits, weil der zweite Platz in der 2. Bundesliga leichtfertig verspielt wurde und andererseits, weil vor allem im Hinspiel gegen den HSV mit mehr Konsequenz im Abschluss ein Sieg auf jeden Fall drin gewesen wäre.