Review: SC Freiburg – Braunschweig

Schlusslicht Eintracht Braunschweig hat die große Chance verpasst, im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga Boden gutzumachen. Nach dem überraschenden Sieg im Derby gegen Hannover 96 (3:0) unterlag die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht am Samstagnachmittag dem Konkurrenten SC Freiburg mit 0:2 (0:1). Da jedoch Stuttgart und Hamburg zeitgleich in Mönchengladbach remis spielten beziehungsweise in Hannover verloren, beträgt der Rückstand auf den rettenden 15. Platz nur drei Punkte. Den Freiburgern gelang durch den Heimsieg ein Befreiungsschlag: Der Vorsprung der Elf von Trainer Christian Streich auf den Relegationsplatz ist auf fünf Zähler angewachsen.

Vrancic trifft – ins eigene Tor

Pechvogel. Braunschweigs Damir Vrancic köpft das Leder ins eigene Tor. Getty Images

Durch den Derby-Sieg bestärkt, herrschte im Vorfeld der Partie Aufbruchsstimmung bei den Niedersachsen. Doch Lieberknechts Kampf-Ansagen („Wir wollen dranbleiben wie die Kletten“) halfen nicht.  Die Breisgauer mussten sich nach Abpfiff der von viel Kampf und mit harten Bandagen geführten Partie bei einem Braunschweiger bedanken. Damir Vrancic hatte seine Eintracht nach acht Minuten ins Hintertreffen gebracht, als er einen Freiburger Einwurf aufs eigene Tor köpfte – und Schlussmann Daniel Davari damit keine Chance ließ. Zwei Minuten zuvor hatten die Gastgeber erstmals für Gefahr gesorgt, doch Schmids Freistoß stellte Davari vor keine großen Probleme. Mit der Sicherheit der frühen Führung im Rücken setzte der SCF die Braunschweiger fortan mit schnellem Flügelspiel unter Druck, ohne aber Kapital daraus zu schlagen. Die Eintracht ließ sich ihrerseits nicht aus der Defensive locken, beschränkte sich weitgehend darauf, die Räume eng zu machen. Dennoch boten sich Karim Guede (11.), Christian Günther (24.) und erneut Schmid (27.) Gelegenheiten.

Folgerichtig ging von Braunschweig selbst kaum Torgefahr aus. Benjamin Kessel (30.) und Harvard Nielsen (34.) gaben lediglich Warnschüsse ab, mehr nicht. Zumal die Gäste einen weiteren Rückschlag verkraften mussten: Domi Kumbela (26.) musste verletzt ausgewechselt werden, die Adduktoren machten dem Torjäger zu schaffen. Noch vor der Pause hätte Guede (37.) für die Vorentscheidung sorgen können, aber sein Kopfball auf Flanke von Julian Schuster verfehlte das Eintracht-Gehäuse.

Käpt’n Schuster erhöht

Drei Minuten nach Wiederbeginn: Ein Aussetzer von Eintracht-Verteidiger Ken Reichel begünstigt Spielführer Schuster, der aus 25 Metern abzieht. Braunschweigs Ermin Bicakcic fälscht ab – 2:0. Lieberknecht rief in der Folge von der Seitenlinie das Ende der Zurückhaltung aus, aber bis zur ersten echten Chance vergingen noch zwölf Minuten. Dann scheiterte Dennis Kruppke per Freistoß am Pfosten. Es begann die Phase, in der Freiburg vorzeitig den Sieg hätte perfekt machen können. Aber Felix Klaus, Admir Mehmedi und der agile Schmid ließen zwischen der 61. und der 66. Minuten beste Chancen ungenutzt.

Erleichterung. Freiburgs Julian Schuster bejubelt den wichtigen 2:0 Sieg über Braunschweig. Getty Images

Fast hätte sich die Freiburger Inkonsequenz vor dem Braunschweiger Kasten noch gerächt, denn die Gäste drängten auf den Anschlusstreffer. Bicakcic (75.) hatte Pech mit einem Kopfball, den SCF-Torwart Oliver Baumann und seine Vordermann Immanuel Höhn in Zusammenarbeit auf der Linie klärten. In der Schlussphase sorgte Baumanns Gegenüber Davari dafür, dass seine Mannschaft in Schlagdistanz blieb. Sowohl gegen Schmid (77.) als auch zwei Minuten später gegen Matthias Ginter vereitelte der abwanderungswillige Schlussmann mit Glanzparaden einen höheren Rückstand. Dem wollte Baumann in nichts nachstehen und lieferte sich ein Privatduell mit Harvard Nielsen, das er in den Minuten 83 und 85 für sich entschied.

Fazit zum Spiel SC Freiburg – Braunschweig vom 12.04.14

Freiburg steht kurz vor dem Klassenerhalt. Am kommenden Spieltag (19.04.2014, Mage-Solar-Stadion, 15.30 Uhr, live bei Sky) gastiert Europa-Pokal-Anwärter M’Gladbach im Breisgau. Mit einem weiteren Sieg dürfte der Nicht-Abstieg perfekt sein. Durch die Patzer der direkten Konkurrenz aus Hamburg, Nürnberg und Stuttgart bleibt die Eintracht trotz der Niederlage weiter im Rennen. Am Samstag, 19.04.2014 (Stadion an der Hamburger Straße, 15.30 Uhr, live bei Sky) erwartet die Lieberknecht-Truppe ein „lösbare“ Aufgabe: Der seit drei Bundesligaspielen sieglose Meister aus München gibt sich die Ehre.