Review: Bor. Dortmund – VfL Wolfsburg

Nach dem Ausscheiden aus der Champions League gegen Real Madrid sowie der bereits festehenden Meisterschaft der Bayern wollte der BVB die letzte Chance auf einen Titel nutzen und gegen den VfL Wolfsburg den Einzug ins DFB-Pokal-Finale perfekt machen. Durch die überzeugenden Siege gegen Real Madrid und beim FC Bayern in der Vorwoche ging die Borussia voller Selbstbewusstsein in die Partie. Jürgen Klopp tauschte seine Elf gegenüber dem vergangenen Spiel in München auf drei Positionen und brachte Lewandoswki, Jojic und Piszcek neu ins Team. Sein Gegenüber Dieter Hecking musste einen schweren Ausfall verkraften. Dauerbrenner Ricardo Rodriguez fiel nach seiner gelb-roten Karte aus dem Viertelfinalspiel bei Hoffenheim gesperrt aus. Für ihn rückte Marcel Schäfer auf die Linksverteidiger-Position.

Reus auf Mkhitaryan – Tor

Vor über 80.000 Zuschauern im Signal-Iduna-Park tasteten sich beide Teams in den ersten Minuten ab, ehe sich Marco Reus über rechts durchsetzte und Henrikh Mkhitaryan bediente. Der Armenier ließ sich auch von drei Wolfsburgern nicht stoppen, zog Richtung nach innen und überwand VfL-Keeper Max Grün mit einem platzierten Flachschuss aus 18 Metern (13′). Kurz darauf hätte Vorbereiter Reus sogar selbst treffen können, legte sich bei seinem Lauf Richtung Kasten den Ball jedoch einen Tick zu weit vor, sodass Grün keine Mühe hatte (17′). Die Gäste aus der Autostadt agierten in der Folge jedoch unbeeindruckt und hatten durch Luiz Gustavo, der eine de Brunye-Ecke knapp verpasste, die erste gute Chance (18′). Keine vier Minuten später spielte Ex-Borusse Perisic de Bruyne schön frei, doch der Belgier scheiterte aus 14 Metern an der Fußabwehr von Weidenfeller.

2:0. Robert Lewandowski zirkelt das Leder vorbei am chancenlosen Max Grün in die Maschen. Getty Images

Wolfsburg kombinierte sich gefällig immer wieder Richtung Dortmunder Strafraum, ließ bis kurz vor der Halbzeit aber die nötige Konsequenz vermissen. Dann flankte Träsch den Ball mit links in den 16er, wo Malanda freistehend an den Pfosten köpfte. Der Abpraller landete bei de Bruyne, der die Chance jedoch ungenutzt ließ und rechts vorbeischoss. „Wer vorne seine Chancen nicht macht, wird hinten bestraft“ – diese alte Fußballer-Weisheit wurde wieder einmal wahr. Unmittelbar nach der Doppelchance der Niedersachsen, bekam Lewandoswki das Spielgerät maßgerecht von Reus serviert und zirkelte es gekonnt in den linken Winkel – 2:0 (43′).

Chancen am laufenden Band

Henrikh Mkhitaryan zieht an Wolfsburgs Gustavo vorbei und mit dem BVB ins Pokalfinale ein. Getty Images

Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie gleich wieder an Fahrt auf. Zunächst scheiterte Lewandowski am Pfosten, ehe kurz darauf Maximilian Arnold nach Zusammenprall von Weidenfeller und Olic das Leder am verlassenen Kasten vorbeischoss (49′, 53′). Wolfsburg steckte nicht auf, zeigte sich aber nicht effektiv vor dem Dortmunder Gehäuse. Eine Träsch-Flanke köpfte der fleißige Olic übers Tor (69′), kurz darauf scheiterte der eingewechselte Vierinha scheiterte aus der Distanz an Weidenfeller. Immer wieder Wolfsburg. De Bruyne flankte auf Malanda, doch der belgische Nationalspieler nagelte das Leder aus kurzer Distanz über den Kasten. Der VfL übertraf sich im Auslassen von Top-Chancen. Malanda scheiterte aus kurzer Entfernung per Kopf am prächtig reagierenden Weidenfeller und Gustavo beförderte den Nachschuss nur an den Pfosten (80′). Auch die letzte Gelegenheit des Spiel gehörte den Gästen. Der eingewechslte Caliguiri scheiterte jedoch am BVB-Schlussmann.

Fazit zu Dortmund – Wolfsburg vom 15.04.14

Borussia Dortmund hat seine Chance auf einen Titel gewahrt. Dank gnadenloser Effizienz zogen die Klopp-Truppe angriffslustigen Wölfen den Zahn. Die Niedersachsen überzeugten über weite Strecken mit hoher Spielfreude und gefälligem Kombinationsfußball, ließen in den entscheidenden Momenten aber zahlreiche Chancen liegen. Der BVB kann sich bei seinem erneut stark aufspielenden Marco Reus bedanken, der gleich zweimal im gegnerischen 16er die Übersicht behielt und beide Treffer auflegte. Wolfsburg ist mit erhobenem Haupt ausgeschieden und wird nun alle Kräfte bündeln, um den anvisierten CL-Qualifikationsplatz in der Bundesliga zu erreichen, während die Borussia im Pokalfinale vermutlich erneut auf die gerade erst geschlagenen Bayern trifft.