Review: Bor. Dortmund – Real Madrid

Borussia Dortmund hat das erhoffte Fußball-Wunder im Viertelfinal-Rückspiel der UEFA Champions League nur denkbar knapp verpasst, konnte sich aber durch den hochverdienten 2:0-Sieg gegen Real Madrid mit Würde und viel Respekt von Europas Fußballbühne verabschieden. Die Borussen spielten nach der 0:3-Niederlage in Madrid am 02.04.2014 die Gäste vor allem in der ersten Hälfte regelrecht an die Wand, vergaben aber mehrmals beste Chancen auf das benötigte 3:0. Spieler des Tages war Marco Reus, der das Spiel der Borussia immer wieder antrieb und beide Tore für Dortmund erzielte (24. und 37.).

Der Panther krallt sich das Leder

Roman Weidenfeller wehrt den Elfmeter von Angel di María ab und hält Dortmund im Spiel. Getty Images

Madrids erste Chance hätte das Spiel schon in der Anfangsphase entscheiden können. Nach einem Handspiel von Piszczek im Strafraum entschied der Unparteiische zurecht auf Elfmeter Da der etatmäßige Schütze Cristiano Ronaldo angeschlagen auf der Bank saß, übernahm Vertreter di María Verantwortung und schritt zum Punkt. Ein Tor für Real hätte die ohnehin schon geringen Dortmunder Chancen wohl endgültig zerplatzen lassen. Doch Roman Weidenfeller machte seinem Spitznamen „Panther“ wieder alle Ehre und wehrte den Strafstoß sehenswert ab.

Dortmund wie entfesselt

Danach kannte die Partie nur noch eine Richtung und das war das Tor von Reals Keeper Iker Casillas. Zunächst schob Mkhitaryan in der 19 Minute den Ball aus sieben Metern Torentfernung noch hauchdünn am linken Pfosten vorbei, doch Marco Reus machte es fünf Minuten später besser. Nach einer missglückten Kopfballrückgabe von Pepe umspielte er Casillas und schoss den Ball zum umjubelten Führungstreffer in die Maschen. Nach einem gefährlichen Kopfball von Hummels (32.), der nicht den Weg ins Tor fand,  war es dann abermals Reus, der einen abgeprallten Pfostenschuss von Lewandowski aus kurzer Distanz per Direktschuss ins Tor der Königlichen beförderte.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit nahm der Dauerdruck des BVB etwas ab, sodass die Madrilenen etwas mehr Spielanteile bekamen. Dies spiegelte sich auch in den ersten richtigen  Chancen durch Reals Flügelstürmer Gareth Bale wider. Dieser scheiterte erst mit einem Fernschuss an Weidenfeller (49.) und legte denn Ball wenig später nach einem schönen Solo auf der rechten Seite am linken Pfosten der Borussia vorbei (59.).

Marco Reus ist vor Reals Iker Casillas am Ball und trifft anschließend zur 1:0-Führung. Getty Images

Um die Verlängerung zu erzwingen, fehlte der Borussia immer noch das dritte Tor, doch es wollte an diesem Abend nicht mehr fallen. Unter mehreren guten Chancen war es Dortmunds armenischer Neuzugang Mkhitaryan, der die Borussia-Fans verzweifeln ließ. Der starke Marco Reus setzte sich im Mittelfeld durch und setzte seinen Mannschaftskameraden mit einem Zauberpass gekonnt in Szene. Doch Mkhitaryan legte sich den Ball perfekt an Reals Torhüter Casillas vorbei, brachte dann aber das Kunststück fertig, die Kugel aus fünf Metern Entfernung nur an den Pfosten zu setzen. So blieb es beim 2:0 für die Dortmunder, die sich zwar hervorragend verkauft haben, am Ende aber trotzdem ausgeschieden sind.

Fazit zum Spiel Dortmund – Real vom 08.04.2014

Die Dortmunder spielten, vor allem in der ersten Halbzeit, berauschenden Tempo-Fußball und erinnerten an frühere Glanzauftritte in der Champions League. Real Madrid enttäuschte und erzielte erstmals seit langer Zeit kein Auswärtstor im Wettbewerb. Die Statistik von 51:49% Ballbesitz, 12:10 Torschüssen und 4:2 Ecken für den BVB spiegelt die eigentliche Überlegenheit der Borussia nur bedingt wider. Das 2:0 ist am Ende hochverdient, über ein 3:0 und eine anschließende Verlängerung hätten sich die Madrilenen nicht beschweren dürfen. Wer schon zu Beginn des Spiels mutig war und auf einen derartig couragierten Auftritt der Borussia getippt hat, konnte sich über den Sieg freuen und bei tipico eine Quote von 3,40 abstauben.

 

Ba lässt Chelsea jubeln

Matchwinner. Chelseas Demba Ba erzielt kurz vor Schluss das entscheidende 2:0. Getty Images

 Im zweiten Viertelfinal-Rückspiel konnte Chelsea London den 1:3-Rückstand aus dem Hinspiel gegen Paris St. Germain noch aufholen. Die Londoner setzten sich mit 2:0 gegen die Gäste aus Paris, die auf den verletzten Ibrahimovic verzichten mussten, durch und stehen damit im Champions League-Halbfinale. In der 32. Minute war es Nationalspieler Andre Schürrle, wenige Minuten vorher erst für den verletzten Hazard eingewechselt, der das 1:0 für Chelsea erzielte. Kurz vor Ende der Partie stocherte der ebenfalls eingewechselte Demba Ba den Ball zum 2:0 ins Tor von Paris (86.). Da Paris über weite Strecken des Spiels zu behäbig auftrat und Chelsea großen Willen zeigte, geht der 2:0-Sieg in Ordnung.