Review: Bor. Dortmund – FC Bayern

Auch wenn der Traum vom erneuten Triple durch das Aus im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid geplatzt ist, hat der FC Bayern München aus einer guten doch noch eine sehr gute Saison gemacht. Der deutsche Rekordmeister gewann das Finale im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund mit 2:0 nach Verlängerung und verteidigte damit das Double aus dem Vorjahr. Über 120 Minuten war der Titel für die Bayern aber ein hartes Stück Arbeit.

Franck Ribery und die Bayern feiern ausgelassen den DFB-Pokalsieg. Getty Images

Vor 76.197 Zuschauern im natürlich restlos ausverkauften Berliner Olympiastadion entwickelte sich von Beginn an eine intensive Partie. Den Bayern gelang es dabei, sofort voll da zu sein. Zwar blieb der angeschlagene Franck Ribery zunächst auf der Bank, musste aber schon nach einer halben Stunde auf den Platz, weil Kapitän Philipp Lahm nach zwei Fouls mit Problemen am Mittelfuß nicht mehr weiterspielen konnte. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Geschehen etwas beruhigt, nachdem die überraschend mit einer Dreier-Abwehrkette angetretenen Bayern in der Anfangsphase in Person von Thomas Müller und Arjen Robben zweimal an Roman Weidenfeller im BVB-Tor gescheitert waren. Die in der erwarteten Formation angetretene Borussia trat im Bayern-Strafraum lange nicht in Erscheinung. Erst kurz vor der Pause kam Robert Lewandowski in eine gute Position, traf den Ball aber nicht richtig.

Hummels-Tor zählt nicht

(K)ein Tor. Bayerns Dante klärt Hummels‘ Kopfball erst hinter der Linie. Getty Images

Nach dem Seitenwechsel waren beide Mannschaften wie auch über weite Strecken des ersten Durchgangs in erster Linie auf eine sichere Defensive bedacht und lediglich Müller stellte den abermals gut reagierenden Weidenfeller in Minute 56 einmal auf die Probe. Zum Knackpunkt des Spiels wurde dann aber eine Szene auf der anderen Seite: in der 65. Minute verlängerte Lewandowski eine Freistoßflanke von Nuri Sahin zu Mats Hummels, dessen Kopfball Dante erst hinter der Torlinie klären konnte. Schiedsrichter Florian Meyer ließ aber weiterlaufen und verweigerte so der Dortmunder Führung die Anerkennung. Bis zum Ende der regulären Spielzeit hatten anschließend Robben für die Bayern und der eingewechselte Oliver Kirch aus der Distanz die letzten Chancen, ehe es in die Verlängerung ging.

Arjen Robben wieder der Matchwinner

Führungstreffer. Arjen Robben (r.) ist vor Piszczek am Ball und markiert das 0:1. Getty Images

Die Verlängerung begann gleich mit einer Großchance für den BVB, die Joker Pierre-Emerick Aubameyang aber knapp neben den Pfosten setzte. Danach verflachte das Geschehen auch bedingt durch viele Fouls und Fehlpässe auf beiden Seiten, während gerade die Bayern-Profis mit Krämpfen zu kämpfen hatten. In der zweiten Hälfte der Verlängerung avancierte dann aber einmal mehr der starke Robben, der schon letztes Jahr das Finale der Champions League zugunsten der Bayern gegen den BVB entschieden hatte, zum Matchwinner. Nach einem zu langen Abwurf von Weidenfeller ging Kevin Großkreutz zu zögerlich zum Ball, sodass Jerome Boateng dazwischen spritzen konnte. Die anschließende Hereingabe des Nationalspielers landete in der 107. Minute bei Robben, der zwar den BVB-Keeper anschoss, aber letztlich dennoch ins Tor traf. In der Folge warf der BVB alles nach vorne, was den Bayern Gelegenheit zum Kontern gab. Nachdem Robben zunächst noch an Weidenfeller gescheitert war, verwertete in der dritten Minute der Nachspielzeit Thomas Müller mit letzter Kraft einen Traumpass von Claudio Pizarro zum entscheidenden 2:0.

Fazit zu Bor. Dortmund – FC Bayern am 17.05.2014

Nach einer abgesehen von einigen wenigen Spielen überragenden Saison ist der FC Bayern München fraglos ein würdiger Double-Gewinner. Auch im Finale gegen den BVB konnten sich die Bayern gegenüber den letzten oft durchwachsenen Auftritten wieder deutlich steigern und verdienten sich – nach der Meisterschale vergangene Woche – den Pokalsieg. Allerdings liegt auf dem Erfolg auch ein Schatten, da der Treffer von Mats Hummels nach 65 Minuten regulär war. Ob die Bayern im Falle eines Rückstandes noch einmal zurückgekommen wären oder der BVB den Pott geholt hätte, wird freilich nie geklärt werden.