Review: FC Bayern – VfB Stuttgart

Dank Claudio Pizarro durften die Bayern mit einem Sieg im Rücken die Meisterfeier begehen. Der eingewechselte Peruaner erlöste die Münchener nach 90 Minuten Sommerfußball mit seinem sehenswerten Treffer in der zweiten Minute der Nachspielzeit und gab der anschließenden Meisterschalen-Übergabe den würdigen Rahmen.

Bayern ohne Zielwasser

Da ist das Ding. Kapitän Philipp Lahm und die Bayern feiern mit der Meisterschale. Getty Images

Die Bayern begannen furios. Keine 10 Sekunden waren gespielt, als David Alaba über links startend das Leder in die Mitte zu Thomas Müller beförderte, der jedoch rechts vorbei schoss. Wer nun glaubte die Münchener würden das Tempo so weitergehen, sah sich getäuscht. Viel Leerlauf und Ungenauigkeiten im Aufbauspiel prägten fortan die Partie. Es schien so als ob sich der ein oder andere für die Meisterfeier schonen wollte. Erst gegen Mitte der ersten Halbzeit besann sich der Meister wieder aufs Fußball spielen und kam zu einigen Chancen. Arjen Robben bediente Mario Mandzukic und der Kroate zwang VfB-Keeper Ulreich mit einem satten Schuss zu einer Glanzparade. Bayern zog das Tempo an und Schweinsteiger köpfte kurz darauf nach Kroos-Ecke knapp vorbei. Auch die folgenden beiden Gelegenheiten resultieren aus ruhenden Bällen. Zunächst setzte van Buyten einen Kroos-Eckball über den Kasten, ehe Müller nach Robben-Eckstoß haarscharf verpasste.

Auch im zweiten Spielabschnitt wurden die 71.000 Zuschauer nicht gerade mit Fußball-Ästhetik belohnt. Der VfB stand dicht gestaffelt und ließ die Bayern nicht ihr Spiel aufziehen. So mussten immer wieder Einzelaktionen über die Flügel durch Alaba oder Robben herhalten, um für Gefahr zu sorgen. Nach einer guten Stunde hatte der Niederländer die Führung auf dem Fuß, scheiterte doch am besten Schwaben – Tormann Ulreich. Die einzige Gäste-Möglichkeiten resultierte aus einem langen Ball auf Cacau, der van Buyten entwischte, dann aber keinen Druck hinter seinen Schuss brachte. Guardiola brachte für den angeschlagenen Mandzukic, der damit seine Chancen auf die Torjäger-Kanone verlor, Pizarro. Und der Peruaner sorgte auch gleich für Belebung. Nach klugem Alaba-Rückpass hatte Pizarro freie Schussbahn, geriet jedoch in Rücklage und donnerte den Ball über den Kasten.

Pizarro schlägt zu

Perfekte Schusshaltung. Claudio Pizarro (r.) zieht ab und trifft zum 1:0-Endstand. Getty Images

Mit einem 0:0 wollten die Münchener die Meisterschale nicht in Emfpang nehmen und zogen in den letzten fünf Minuten das Tempo weiter an. Nach einem Traumpass in die Spitze tauchte Robben frei vor Ulreich auf, doch der VfB-Goalie entschied das 1-gegen-1 erneut für sich. Keine Minute später erneut der Schwaben-Schlussmann. Diesmal parierte er aus spitzem Winkel gegen Alaba. In der Nachspielzeit köpfte van Buyten zunächst über den Kasten, ehe Robben kurz darauf noch einmal Richtung Strafraum flankte. Neu-Nationalspieler Antonio Rüdiger klärte das Leder genau in die Mitte zu Pizarro, der aus rund 20 Metern abzog. Der Ball setzte noch einmal kurz auf und landete unhaltbar flach neben dem Pfosten im Tor. Schiedsrichter Dankert pfiff nicht mehr an und die Bayern begannen ihren Party-Marathon, den sie sich nach dieser Bundesliga-Saison auch redlich verdient haben.

Fazit zu FC Bayern – VfB Stuttgart am 10.05.2014

Der FC Bayern sicherte sich zum Saisonabschluss einen verdienten Sieg, auch wenn sich die Münchener über weite Strecken des Spiel schwer taten. Seit Wochen als Meister feststehend, fehlte den Bayern erneut die 100-prozentige Motivation. Trotz des vermeintlichen ‚Herschenkens‘ einiger Bundesliga-Spiele gegen Ende der Saison muss die Leistung der Münchener in dieser Spielzeit anerkennend gewürdigt werden. Als Triple-Sieger gestartet, dominierten die Bayern über Monate hinweg das Geschehen und fuhren die früheste Meisterschaft der Geschichte ein, die am 17. Mai gegen Erzrivale Dortmund mit dem Pokalsieg noch vergolden wollen.