Review: Bayern – ManU

Der FC Bayern München steht zum dritten Mal in Folge im Halbfinale der Champions League. Acht Tage nach dem 1:1 im Hinspiel gewann der deutsche Rekordmeister sein Heimspiel gegen Manchester United mit 3:1 und zog damit in die Runde der letzten Vier ein, die am Freitag ausgelost wird. Wie erwartet wurde das Rückspiel gegen den noch amtierenden englischen Meister eine harte Nuss für die zwischenzeitlich sogar am Rande des Ausscheidens stehenden Bayern.

FC Bayern lange ohne Durchschlagskraft

Wie in Manchester entwickelte sich auch in der Allianz Arena eine einseitige Partie, in der der FC Bayern den Ball fast nach Belieben in den eigenen Reihen laufen ließ, während Man United kaum Kombinationen zustande brachte und das Spielgerät nach Eroberung meist umgehend wieder verlor. Allerdings taten sich die Bayern gegen die abermals sehr kompakt verteidigenden Gäste von der Insel erneut sehr schwer und kamen kaum zu zwingenden Chancen. Mehrfach fehlten zwar nur Kleinigkeiten, doch wurde in unschöner Regelmäßigkeit gerade von Arjen Robben der richtige Moment zum Abschluss oder Pass versäumt.

Patrice Evra sorgt für Hallo-Wach-Effekt

Manchesters Patrice Evra (l.) nagelt das Leder aus vollem Lauf in den Winkel. Getty Images

Nach torloser erster Halbzeit war Man United mit Wiederbeginn der Wille zu mehr Offensive deutlich anzumerken, was angesichts des Ausscheidens bei einem torlosen Remis aber auch folgerichtig war. Mit einem Treffer der Marke Traumtor sorgte Manchesters Linksverteidiger Patrice Evra in der 57. Minute aber dennoch für einen kaum für möglich gehaltenen Paukenschlag, wären die Bayern bei einem 0:1 doch ausgeschieden gewesen. Nur 69 Sekunden später gaben die nun angestachelten Münchner mit dem Ausgleich durch Mario Mandzukic nach Flanke von Franck Ribery aber die ebenso schnelle wie passende Antwort, ehe Thomas Müller nur weitere neun Minuten später nach einer Hereingabe von Robben schon das 2:1 besorgte. Robben selbst war es schließlich vorbehalten, nach einem unwiderstehlichen Solo in der 76. Minute den 3:1-Endstand zu erzielen, der gleichbedeutend mit der Entscheidung war.

Die Antwort. Mandzukic feiert 69 Sekunden nach dem 0:1 seinen Treffer zum Ausgleich. Getty Images

Wie im Vorfeld von den Verantwortlichen und Spielern geäußert, erwies sich Manchester als die erwartet unangenehme Aufgabe. Trotz der schlechten Saison in der Premier League zeigte United in Hin- und Rückspiel eine taktisch gute Leistung und verlangte den Bayern einiges ab. Entsprechend war auch die Reaktion der Münchener nach der Partie. Statt großer Freude war nach Spielende bei den Bayern in erster Linie Erleichterung zu spüren, die auch den Worten von Trainer Pep Guardiola auf der Pressekonferenz nach dem Spiel entnommen werden konnte: “Ich wusste, dass es schwer werden würde. Das ist Champions League, das ist Viertelfinale und Manchester hat mit dem Torwart und acht Spielern im Strafraum gestanden. Aber wir waren geduldig und hatten etwas Glück im Abschluss. Jetzt sind wir im Halbfinale, deshalb bin ich sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft.“

Fazit zum Spiel FC Bayern – Man United vom 09.04.2014

Der FC Bayern hat auch auf internationalem Parkett einmal mehr seine Extraklasse bewiesen. Dass der deutsche Meister auch mental enorm stabil ist, zeigte sich bei der starken Reaktion nach dem Rückstand, der allerdings gar nicht nötig gewesen wäre, wenn Robben und Co. in der ersten Halbzeit rund um den gegnerischen Strafraum mit mehr Überblick agiert hätten. Letztlich setzte sich aber die klar bessere Mannschaft doch hochverdient durch. Wer bei Interwetten auf einen Favoritensieg der Bayern gesetzt hatte, durfte sich somit über die Auszahlung des 1,27-fachen Einsatzes freuen.

 

Koke schockt Barca

Matchwinner. Atleticos Koke bejubelt seinen goldenen Treffer beim 1:0-Sieg über Barca. Getty Images

Im zweiten Viertelfinal-Rückspiel des  Mittwochs besiegte Atletico Madrid den FC Barcelona mit 1:0 und steht nach dem 1:1 im Hinspiel überraschend unter den letzten Vier. Bereits in der fünften Minute erzielte Koke das Tor des Tages für den Spitzenreiter der spanischen Primera Division, der bei insgesamt drei Aluminiumtreffern im ersten Durchgang auch höher hätte führen können. Barcelona fand mit der gewohnten, auf viel Ballbesitz ausgerichteten Spielweise kein Durchkommen gegen die ebenso kompakt wie clever verteidigenden Gastgeber, die es überdies blendend verstanden, Superstar Lionel Messi aus dem Spiel zu nehmen. Langsam, aber sicher scheint nun mit dem erneuten vorzeitigen Aus die große Ära des Champions-League-Siegers von 2009 und 2011 zumindest international zu Ende zu gehen.