Review: FC Bayern – Kaiserslautern

Mit mehr Mühe als im Vorfeld erwartet, aber letztlich doch souverän hat sich der FC Bayern das Ticket nach Berlin gesichert. Im DFB-Pokal-Halbfinale erwies sich der 1. FC Kaiserslautern über weite Strecken als hartnäckiger Widersacher, zog nach 90 Minuten dennoch klar mit 1:5 (0:2) den Kürzeren. Bastian Schweinsteiger (23.), Toni Kroos (32.) und Thomas Müller (50.) hatten den deutschen Meister auf die Siegerstraße gebracht, ehe Simon Zoller mit dem 1:3 (60.) noch einmal für ein Fünkchen Spannung sorgte. Spätestens Mario Mandzukic‘ Treffer (78.) räumte jedoch alle Zweifel aus dem Weg, Mario Götze setzte den Schlusspunkt (90. +1).

Lautern kitzelt die Übermacht

Ohne den verletzten Manuel Neuer (für ihn hütete Lukas Raeder das Tor), aber ansonsten mit der bestmöglichen Startelf ging der FC Bayern die Partie an. Gäste-Trainer Kosta Runjaic wollte der Münchener Übermacht derweil mit einem massierten 4-5-1-System entgegenwirken. Und das gelang vor allem zu Beginn überraschend gut: Der Zweitligist begann selbstbewusst, attackierte Bayern aus einer kompakten Ordnung heraus schon im Spielaufbau effektiv. So dauerte es bis zur neunten Minute, ehe die Hausherren erstmals gefährlich vor dem Tor auftauchten – dann allerdings mit Nachdruck, FCK-Abwehrspieler Florian Dick bugsierte eine gefühlvolle Schweinsteiger-Flanke an die Latte. Es blieb die einzige wirklich brenzlige Situation, die der Underdog in der Anfangsphase zu überstehen hatte. Denn Lautern agierte weiterhin sehr diszipliniert und mit hohem Laufwand – spätestens am Strafraum war für die Attacken des Rekordmeisters meist Endstation.

Lufthohheit. Bastian Schweinsteiger köpft das Leder zur 1:0-Führung der Bayern ins Tor. Getty Images

Umso bitterer für den FCK, dass eine Standardsituation den Knoten der Bayern löste: Bastian Schweinsteiger erhielt bei Arjen Robbens gut getretener Ecke zu viel Freiraum und wuchtete den Ball per Kopf zur Führung in die Maschen (23.). Die Hausherren fanden nun verstärkt zu spielerisch hochwertigen Momenten und drängten Kaiserslautern über längere Zeiträume tief in die eigene Hälfte. Der zweite Treffer entsprang allerdings Konterfußball in Vollendung: Nach Lauterns Ballverlust wurde Toni Kroos durch feine Einzelaktion von Arjen Robben in Abschlussposition gebracht. Der Nationalspieler verwertete die Vorarbeit mit seiner feinen Schusstechnik aus knapp 20 Metern sehenswert zum 2:0 (32.). Die Betzebuben steckten jedoch nicht auf, behielten ihre stabile Defensive bei und verwehrten den Bayern damit die ganz klaren Torchancen.

Bayern macht den Sack zu

Nach dem Seitenwechsel verschoben sich die Kräfteverhältnisse auf der Anzeigetafel rasch noch deutlicher zugunsten des Triple-Champions: Arjen Robben zwang Chris Löwe im Strafraum ins Dribbling und wurde zu Fall gebracht – zurecht entschied Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer auf Elfmeter, den Thomas Müller sicher und flach genau ins Eck zum vorentscheidenden 3:0 verwandelte (50.). Kurz darauf hätte Franck Ribery freistehend aus aussichtsreicher Entfernung erhöhen können, zielte aber deutlich zu hoch (54.).

Ausgeguckt. Bayerns Thomas Müller bleibt cool und verwandelt den Elfmeter sicher. Getty Images

Als die Partie daraufhin bereits entschieden schien, weckte Simon Zoller das Publikum noch einmal auf. Eine Hereingabe von Florian Dick verlängerte der Toptorjäger des Zweitligisten geschickt per Kopf zum 1:3 ins lange Eck (60.). Da der FCK in der Offensive die letzte Konsequenz vermissen ließ, wurde es allerdings nicht mehr wirklich spannend. Bayern blieb derweil effektiv: Auf Vorarbeit von Mario Götze tauchte Mario Mandzukic sträflich frei vor Tobias Sippel auf und sorgte mit resolutem Abschluss für die endgültige Entscheidung (78.). Letztlich durfte dann auch Mario Götze noch jubeln (90. +1).

Fazit zu Bayern – Kaiserslautern am 16.04.2014

Kaiserslautern kann erhobenen Hauptes die Heimreise antreten. Mit viel Courage und kluger taktischer Konzeption hielt der Zweitligist kontrolliert agierende Bayern über weite Strecken von der Gefahrenzone fern. Faustpfand des Rekordmeisters: Die Effektivität vor dem Tor, die sich in den Treffern von Schweinsteiger, Kroos und Müller ausdrückte. Zollers 1:3 sorgte nicht mehr für Spannung, zu souverän machte Bayern daraufhin endgültig den Sack zu. Die Münchener stehen verdient im Finale und treffen auf den großen Kontrahenten aus Dortmund.