Review: Bayern – Bremen

Der FC Bayern ist bereit für das Halbfinal-Rückspiel der Champions League. Drei Tage nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel bei Real Madrid haben sich die Münchener gegen Werder Bremen mit einem verdienten 5:2 viel Selbstbewusstsein geholt. Doch der Weg zu diesem Sieg war steinig, lagen die Münchener doch gleich zweimal gegen – im ersten Durchgang – mutige Bremer zurück. Erst im zweiten Spielabschnitt fanden die Bayern zu ihrem gewohnten Offensivspiel und schossen sich für Real warm.

Bayern-Coach Pep Guardiola tauschte sein Team auf gleich fünf Positionen um. Für Robben, Lahm, Mandzukic, Kroos und den gesperrten Rafinha liefen Müller, Martinez, Pizarro, Götze und Weiser von Beginn auf. Bei Werder gab es lediglich einen Wechsel. Der defensiv-stärkere Junuzovic spielte für Elia. Die erste Chance gehörte den Gastgebern. Nach Doppelpass zwischen Ribéry und Müller landete das Leder vor Pizarro, der jedoch im letzten Moment noch entscheidend gestört werden konnte (5′).

Ribéry gibt die passende Antwort

Erleichterung. Der zuletzt viel gescholtene Franck Ribéry bejubelt sein Tor zum 1:1. Getty Images

Werder-Trainer Robin Dutt hatte seine Mannschaft taktisch gut eingestellt und durfte nach 10 Minuten das erste Mal jubeln. Cedrik Makiadi nahm nach einem Ballverlust der Bayern Fahrt auf, bewies Übersicht und bediente den aufgerückten Gebre Selaisse, der aus elf Metern zum 0:1 abschloss. Bayern agierte fortan gewohnt ballsicher, konnte sich aber zunächst keine Chancen herausspielen. Dann ein Geistesblitz von Pizarro, der den startenden Ribéry in Szene setzte und der zuletzt stark kritistierte Franzose tunnelte Werder-Keeper Wolf zum 1:1-Ausgleich. Nach dieser guten Anfangsphase verflachte das Tempo der Partie etwas und nahm erst gegen Ende der Halbzeit wieder an Fahrt auf. Nach Tiki-Taka in Perfektion durch Ribéry und Müller gelang das Leder zu Pizarro, der es gefühlvoll über Wolf hinweg lupfte, jedoch an einer spektakulären Rettungsaktion von Fritz scheiterte. Ein anschließender Befreiungsschlag der Bremer landete bei di Santo, der von Dante nicht angegriffen, das Spielgerät mit herrlichem Seitenwechsel zu Hunt beförderte. Der Ex-Nationalspieler ließ Boateng ins Leere rutschen und schloss sicher zur erneuten Werder-Führung ab (36′).

Pizarro dreht auf

Spiel gedreht. Claudio Pizarro (l.) erzielt mit seinem zweiten Treffer das 3:2. Getty Images

Nachdem die Bayern unter Pfiffen begleitet in die Halbzeitepause gingen, kamen sie wie ausgewechselt aus der Kabine. Mit viel Dynamik und Zug zum Tor ausgestattet, rissen die Hausherren nun ds Spiel an sich. Einen Eckball von Ribéry verlängerte Müller per Kopf auf Pizarro und der Peruaner schob sicher ein (53′.) Keine fünf Minuten drehte Pizarro die Partie nach Vorlage von Alaba endgültig (57′.). Werder kam nun kaum noch zur Entlastung und konnte sich bei Wolf bedanken, der kurz darauf hervorragenden gegen Martinez parierte. Mittlerweile war die Stimmung des erfolgsverwöhnten Bayern-Publikums wieder auf dem aufsteigenden Ast und erreichte spätestens in der 61. Minute ihren Höhepunkt. Der eingewechselte Lahm servierte eine Maßflanke in den 16er, wo Schweinsteiger Lufthohheit bewies und die Kugel in den Winkel köpfte.

Die Münchener spielten sich nun in einen Rausch und hätten den Spielstand weiter in die Höhe schrauben können, doch Ribéry und Pizarro vergaben weitere Top-Chancen. Eine gute Viertelstunde vor Spielende kam Arjen Robben in die Partie und markierte nur 40 Sekunden nach seiner Einwechslung das 5:2. In seiner unnachahmlichen Art zog er vom rechten Flügel in die Mitte und schlenzte den Ball gefühlvoll ins linke untere Eck (74′.) Bremen hatte nichts mehr entgegen zu setzen und nur die Latte verhinderte kurz vor Schluss das halbe Dutzend für die Münchener. Thomas Müller scheiterte mit spektakulärem Kopfball nach Robben-Ecke am Querbalken.

Fazit zu FC Bayern – Werder Bremen vom 26.04.2014

Dank einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Spielabschnitt durfte der FC Bayern einen auch in dieser Höhe verdienten Erfolg feiern. Doch die erste Halbzeit sollte den Münchenern Warnung genug sein. Gegen Real dürfen sie sich solche Unkonzentriertheiten nicht erlauben, denn ein Gegentor würde das Weiterkommen deutlich erschweren. Wenn die Bayern die richtigen Schlüsse aus der Partie ziehen und die Spielfreude des zweiten Durchgangs mit ins Real-Spiel nehmen können, stehen die Chancen auf ein Weiterkommen nicht schlecht.