Nachbericht Deutschland – Portugal

Müller-Festspiele in Brasilien. Mit einem hervorragend aufgelegten Thomas Müller bezwang die deutsche Nationalmannschaft zum WM-Auftakt die Elf aus Portugal mit 4:0. Dreimal Müller und Hummels sorgten für einen hochverdienten Erfolg der Löw-Truppe, die damit ihre Ambitionen auf den 4.WM-Titel nach 1954, 1975 und 1990 eindrucksvoll unterstrich.

Bundestrainer Joachim Löw verzichtete auf den zuletzt formstarken Lukas Podolski und brachte stattdessen Mario Götze von Beginn an. Zusammen mit Toni Kroos, Mesut Özil und Thomas Müller bildete Götze ein Offensiv-Quartett, das für viel Schwung sorgen sollte. Hinten links erhielt wie schon im letzten Test gegen Armenien Benedikt Höwedes vor Youngster Erik Durm den Vorzug. Portugal baute auf die zu erwartende Elf mit dem in der Vorbereitung angeschlagenen Superstar Cristian Ronaldo.

Müller eiskalt vom Punkt

Thomas Müller feiert seinen ersten Treffer, nicht wissend, dass noch 2 weitere folgen. Getty Images

Die 51.900 Zuschauer sollten für ihr Kommen belohnt werden, hatte doch bereits die erste Halbzeit alles, was man sich als Fußball-Fan wünscht. Ein ungewohnter Ballverlust von Philipp Lahm in der Vorwärtsbewegung läutete die erste Chance der Portugiesen ein, doch Ronaldo fand aus spitzem Winkel in DFB-Keeper Manuel Neuer seinen Meister (8.). Der direkte Gegenzug – diesmal Portugals Nummer Eins Rui Patricio im Blickpunkt. Einen Rückpass spielte der Schlussmann in die Füße von Sami Khedira, dessen direkter Abschluss aus knapp 25 Metern den Kasten knapp verfehlte. Kurz darauf kombinierten sich die Deutschen mit sehenswertem Direktpassspiel in den Strafraum. Götze kam an den Ball, wurde bei seinem Vorstoß Richtung Tor aber regelwidrig gebremst. Konsequenz: Elfmeter. Eine Sache für Thomas Müller. Der WM-Torschützenkönig von 2010 blieb cool und verwandelte per platziertem Flachschuss (12.). In der Folge verlor die Partie etwas von ihrem hohen Anfangstempo, sollte gegen Mitte der ersten Halbzeit aber wieder Richtig an Fahrt aufnehmen. Nach tollem Kroos-Pass legte Özil auf den mitgelaufenen Götze zurück, dessen Schuss im letzten Moment zur Ecke geblockt wurde. Den anschließenden Eckstoß zirkelte Kroos punktgenau in den Strafraum, wo Hummels mit wuchtigem Kopfball auf 2:0 erhöhte (32.).

Übeltäter. Pepe hat seine Nerven nicht im Griff und setzt zum Kopfstoß gegen Müller an. Getty Images

Die beste Chance Portugals hatte bezeichnenderweise ein Deutscher. Einen Querpass von links lenkte Hummels knapp neben das eigene Tor (35.). Die letzten Minuten vor dem Seitenwechsel sollten es dann noch einmal in sich halten. Zunächst flog Pepe nach Kopfstoß des am Boden sitzenden Müller mit Rot vom Platz, ehe der Gefoulte in der Nachspielzeit die Vorentscheidung markierte. Nach Kroos-Hereingabe blockte Müller den Klärungsversuch von Alves ab und verwandelte anschließend zum 3:0. Spätestens nach der roten Karte konnte Portugals Trainer Bento die Taktik, die auf die schnellen Flügelstürmer Nani und Ronaldo ausgericht war, vergessen. Und so richtig Hoffnung auf ein Comeback schien der Coach auch nicht zu haben, brachte er doch zur zweiten Halbzeit einen weiteren Verteidiger in die Partie. Deutschland nutzte fortan die Räume. Einen Zuckerpass von Kroos in die Schnittstelle der Abwehr nahm Özil auf, scheiterte bei seinem Flachschuss aber an Patricio. Den Abpraller köpfte Müller knapp drüber.

Es müllert noch einmal

Schlusspunkt. Thomas Müller krönt seine überragende Leistung mit dem Tor zum 4:0. Getty Images

Portugals wenige Bemühungen den Anschluss zu erzielen, wurden von der DFB-Elf im Keim erstickt. Gegen Mitte der zweite Halbzeit brachte Löw mit Schürrle für den gut aufspielenden Özil frischen Wind, was sich bezahlt machte. Nach einem Konter setzte der Joker seine Schnelligkeit ein, bewies Auge und bediente den mitgelaufenen Götze. Der Münchener legte sich die Kugel auf seinen starken rechten Fuß, scheiterte aber an einem portugiesischen Abwehrbein, das zur Ecke abfälschte. Nach 73 Minuten musste Deutschland dann doch noch einen Rückschlag hinnehmen. Der starke Innenverteidiger Hummels musste humpelnd den Platz verlassen. Die DFB-Elf ließ sich aber auch davon nicht beirren und spielte weiter erfrischend nach vorne. Schürrle drang über rechts in den 16er, passte scharf vors Tor, wo Patricio nur nach vorne abwehren könnte. Müller stand goldrichtig und erzielte das 4:0 (78.). In der Nachspielzeit durfte sich auch Manuel Neuer noch einmal auszeichnen und einen kraftvollen Freistoß von Ronaldo entschärfen, ehe der Unparteiische kurz darauf abpfiff.

Fazit zu Deutschland – Portugal am 16.06.2014

Ein Auftakt nach Maß. Besser hätte sich Joachim Löw den ersten Auftritt seiner Mannschaft wohl nicht wünschen können. Selbst der zuletzt gescholtene Mesut Özil zeigte sich stark verbessert. Mit tollem Angriffsfußball über stets bewegliche Offesiv-Kräfte überforderten die Deutschen eine schwache portugiesische Mannschaft, die sich nach der roten Karte gegen Pepe fast wehrlos ihrem Schicksal ergab. Mit einem Sieg im Spiel gegen Ghana am Samstag kann die DFB-Elf bereits für das Achtelfinale planen. Nach dieser Gala gegen Portugal sind die Quoten auf einen deutschen Erfolg gegen die Afrikaner mit 1,40 (betsafe) entsprechend niedrig angesetzt. Spätestens jetzt sind die Deutschen so richtig im WM-Favoritenkreis angekommen. Einen Tipp auf Deutschland als Weltmeister belohnt Interwetten mit dem 5fachen des Einsatzes.