Glück gehabt HSV – ein Kommentar

Relegation schaffen, ist keine Meister-Leistung

Montag, 1. Juni 2015, kurz vor 22 Uhr. Hamburger Fans stürmen den Rasen, Spieler liegen sich in den Armen und Bruno Labbadia darf sich nun in eine Reihe mit den HSV-Legenden Happel und Zebec stellen. Der Hamburger SV ist wieder Deutscher Meister. Anders sind diese Jubel-Szenen doch gar nicht zu erklären. Oder doch? Lieber HSV, Ihr habt nur den Abstieg aus der Bundesliga verhindert. In der Relegation gegen einen Zweitligisten, dessen Spieler-Etat über 40 Millionen niedriger ist. Mit einem Last-Minute-Ausgleich, dessen Entstehung mehr als glücklich zu Stande gekommen ist. Eine gewisse Freude und Erleichterung über den Nicht-Abstieg ist ja okay, aber etwas mehr Demut, dass der Fußball-Gott wieder rote Hosen trug, wäre sicherlich angebracht gewesen.

Die Raute im Herzen. Rafael van der Vaart war am größten HSV-Triumph der jüngeren Historie beteiligt. ©Imago

Auf diese Sprüche dürfen wir uns auch 2015/2016 freuen

  1. „Der Dinosaurier lebt“
  2. „Die Uhr tickt weiter“
  3. „Ich schließe aus, dass wir in dieser Saison noch einmal den Trainer wechseln“
  4. „Der HSV gehört zu den Top-Mannschaften Europas“
  5. „Der HSV ist einfach ein großer Verein“
  6. „Die Mannschaft hat eine hohe Qualität“

Dusel – mit diesen Statistiken steigt man eigentlich ab

Schlechteste Offensive
Nur 25-mal trafen die Rothosen ins Schwarze, was mickrige 0,74 Tore pro Spiel bedeutet. Selbst der Tabellenletzte aus Paderborn netzte sechsmal öfter ein.

Kein Torjäger
Mit vier Toren führt Pierre-Michel Lasogga die interne Torjägerliste an. Kein Wunder also, dass es damit kein einziger HSV-Profi in die Top20 der Bundesliga-Torjäger schaffte.

Auswärtsschwäche
Ganze zwölf Punkte holte der Hamburger SV in der Fremde, belegt in der Auswärtsstabelle den vorletzten Rang.

Das verpasst der HSV nun
Auf eine Reise in die beschauliche Provinz nach Sandhausen müssen die treuen HSV-Auswärtsfahrer noch mindestens eine Saison warten. Wer die Fahrt für 2016 schon vorplanen will, findet hier die geografische Karte und weiter unten Anfahrts-Tipps per Bahn.

Anfahrts-Tipps:
Da Sandhausen keinen eigenen Bahnhof hat, müssen die HSV-Fans bis Mannheim fahren und von dort die S3 bis zum S-Bahn-Haltepunkt St Ilgen-Sandhausen nutzen. Von dort geh es dann 2 Kilometer weit durch das 14.000-Einwohner zählende Provinzstädtchen bis zum Hardtwaldstadion. Dort finden knapp 1.500 Gäste-Fans Platz.

Jetzt den richtigen Meister tippen
Wer dem HSV zutraut, am Ende der Saison 2015/16 wirklich Meister zu werden, kann bei tipico bereits darauf wetten. Es winkt eine attraktive Quote von 300.