Costa Rica – Griechenland

Mit Costa Rica und Griechenland treffen sich zwei der Überraschungsteams der Vorrunde nun am kommenden Sonntag zum Achtelfinale (29.06.2014, Arena Pernambuco in Recife, 22 Uhr, live in der ARD). Die Mittelamerikaner schafften in Hammergruppe D sensationell mit sieben Punkten den Gruppensieg, schlugen zunächst Uruguay (3:1) sowie Italien (1:0) und fuhren zum Abschluss ein 0:0 gegen England ein.

Nicht sensationell, aber durchaus überraschend schafften die Griechen den Sprung in die K.o.-Phase. Zum Auftakt noch Kolumbien beim 0:3 klar unterlegen, dann ein 0:0 gegen Japan ermauert, folgte ein Krimi im Gruppenfinale: Georgios Samaras traf in allerletzter Sekunde vom Elfmeterpunkt zum umjubelten 2:1, Griechenland ergatterte noch Platz zwei.

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Schuss ins Glück. Samaras‘ Elfmeter sicherte den Griechen die Qualifikation fürs Achtelfinale. Getty Images

Dabei demonstrierten die Hellenen nach zwei sehr defensiven, beinahe ängstlichen Auftritten, dass auch offensive Qualität in ihnen steckt. Viel Leidenschaft wurde an den Tag gelegt, zwei Lattenknaller von Jose Holebas in der ersten und Giorgios Karagounis Mitte der zweiten Halbzeit hätten schon früher für klare Verhältnisse sorgen können. Dabei wurde die defensive Kompaktheit nicht vernachlässigt – und die gelb-rot-gesperrte Abwesenheit von Kostas Katsouranis (gegen Costa Rica wieder dabei) wurde aufgefangen, Karagounis und Ioannis Maniatis übernahmen im Mittelfeldzentrum. Zwei Wermutstropfen bleiben dennoch in der Vorbereitung auf das Achtelfinale: Der in den ersten Partien überzeugende Panagiotis Kone musste früh verletzt vom Platz, ebenso Stammkeeper Orestis Karnezis. Noch ist unklar, ob die beiden im ersten Duell einer griechischen Nationalelf mit Costa Rica mitwirken können. Sicher ist nur, dass man den Gegner ernst nehmen will: „Wir können es uns nicht erlauben, sie zu unterschätzen“, betonte Trainer Fernando Santos bei fifa.com.

Underdog? Von wegen!

Unaufhaltsam? Die Reise von Campbell (l.) und Costa Rica soll im Achtelfinale noch nicht enden. Getty Images

Dazu haben die Europäer ohnehin keine Veranlassung. Zu begeisternd agierte Costa Rica in der Gruppenphase, feierte verdiente Siege gegen WM-Mitfavoriten wie Uruguay oder Italien. Eine stabile Fünfer-Abwehrkette mit dem Mainzer Junior Diaz auf links bildet das Fundament des bisherigen Erfolgs. Vorne treibt Kapitän Bryan Ruiz an, Cristian Bolanos wirbelt mit seinen Dribblings und Joel Campbell ist im Sturmzentrum ein ständiger Gefahrenherd. Es ist unangenehm, gegen diese taktisch von ihrem kolumbianischen Trainer Jorge Luis Pinto so gut eingestellten vermeintlichen Underdogs zu spielen. Auch, weil die ‚Ticos‘ völlig frei von Ängsten auftrumpfen: „Wer eine Gruppe mit drei Weltmeistern gewinnt, muss sich vor niemandem fürchten“, verkündete Bryan Ruiz, Siegtorschütze gegen Italien, laut kicker.de. Beim abschließenden Vorrundenmatch gegen England wurden nur wenige Leistungsträger zeitweise geschont, der Rhythmus ist also weiterhin vorhanden.

Was vor dieser Endrunde wohl keiner für möglich gehalten hatte: Bei den Wettanbietern geht Costa Rica sogar als leichter Favorit in sein Achtelfinale. Interwetten vergibt für einen Sieg der Mittelamerikaner nach 90 Minuten die Quote 2,65, für Unentschieden eine 2,90 und für Sieg Griechenlands eine 3,00. Die Ergebniswette auf ein knappes 1:0 für Costa Rica bringt bei mybet immerhin die Quote 7,00. Wer dagegen Griechenland in jedem Fall den Sprung ins Viertelfinale zutraut – ob nach 90 Minuten, Verlängerung oder Elfmeterschießen – der erhält dafür bei bet365 eine 2,00-Quote.

Keine Tore – großer Gewinn!

Ein von Taktik geprägtes, neutralisierendes Spiel ist zwischen diesen beiden disziplinierten Mannschaften durchaus erwartbar. Wetten darauf, dass kein Team trifft, also keine Tore fallen, verspricht bei sportingbet die Quote 7,00.

Fazit & Wettquoten zu Costa Rica – Griechenland am 29.06.2014

Das Sensationsteam aus Costa Rica geht jetzt auch noch leicht favorisiert ins Achtelfinale. Unglaublich, aber zurecht. Mit leidenschaftlichen, taktisch disziplinierten und offensiv nachhaltigen Leistungen wurden Uruguay und Italien geschlagen – fantastisch! Die Abwehr steht, nur ein Gegentor in der Vorrunde spricht Bände. Ob häufig eher harmlose Griechen dieses Bollwerk knacken können? Gegen die Elfenbeinküste suchten die Europäer ihr Heil in der Offensive – und wurden belohnt. Wählen sie im Duell mit Costa Rica die gleiche Taktik, ist das Viertelfinale allemal im Bereich des Möglichen. Überhaupt ist eine Partie auf des Messers Schneide zu erwarten. Der größere Wille wird entscheiden – wer kann ihn entwickeln?

Voraussichtliche Aufstellungen

Costa Rica: Keylor Navas – Christian Gamboa, Oscar Duarte, Giancarlo Gonzales, Michael Umana, Junior Diaz – Yeltsin Tejeda, Celso Borges – Bryan Ruiz, Christian Bolanos – Joel Campbell

Bank: Patrick Pemberton, Daniel Cambronero – Jhonny Acosta, Roy Miller, Waylon Francis, Dave Myrie – Esteban Granados, Jose Miguel Cubero, Michael Barrantes, Diego Calvo – Marco Urena, Randall Brenes. Trainer: Jorge Luis Pinto.

Griechenland: Orestis Karnezis – Vasilis Torosidis, Konstantinos Manolas, Sokratis, Jose Holebas – Kostas Katsouranis, Giorgios Karagounis – Dimitrios Salpingidis, Andreas Samaris, Lazaros Christodoulopoulos – Georgios Samaras

Bank: Panagiotis Glykos, Stefanos Kapino – Loukas Vyntra, Vangelis Moras, Georgios Tzavellas – Giannis Maniatis, Panagiotis Tachtsidis, Alexandros Tziolis, Ioannis Fetfatzidis – Konstantinos Mitroglou, Theofanis Gekas. Trainer: Fernando Santos.

Unser Tipp: Costa Rica gewinnt in einem torarmen Spiel.