Belgien – USA

Der Erste der Gruppe H, Belgien, trifft im letzten Achtelfinale am 01. Juli 2014 (Dienstag, 22:00 Uhr MEZ, Arena Fonte Nova, live im ZDF) auf den Zweiten der Gruppe G, die USA. Belgien siegte als gehandelter Geheimfavorit eher konstant als spektakulär. In einer Gruppe mit Algerien (2:1), Russland (1:0) und Korea (1:0) gewannen die Roten Teufel alle ihre Spiele und zogen somit souverän mit neun Punkten ins Achtelfinale ein.

Das schwierigere Los zogen die US-Boys: Deutschland, Portugal und Ghana. Die Nordamerikaner zeigten aber ansprechende Leistungen, gewannen zum Auftakt gegen Ghana (2:1) und sicherten sich mit einem Punkt gegen Portugal (2:2) das Achtelfinalticket. Eine abschließende, knappe Niederlage gegen Deutschland (0:1) konnten sie sich aufgrund der besseren Tordifferenz erlauben.

Die Statistik lügt nicht, oder?

Belebendes Element. Divock Origi könnte die Rolle von Lukaku in Belgiens Sturm einnehmen. Getty Images

Der Weg zum größten Erfolg der USA bei Fußballweltmeisterschaften, ein dritter Platz, führte 1930 über Belgien: Damals besiegten die ‚Kugelstoßer‘, wie die Amerikaner aufgrund ihrer stämmigen Spieler genannt wurden, die Belgier in der Gruppenphase im bisher einzigen direkten WM-Duell 3:0. Auch die Erfolgsgeschichte der Belgier führte einst bis ins Spiel um Platz 3: 1986 mussten sich die Roten Teufel nach Verlängerung Frankreich geschlagen geben. Im Jahr 2002 scheiterten zudem beide Mannschaften in der K.o.-Runde an den späteren Finalisten: Belgien unterlag Brasilien (Weltmeister) im Achtelfinale 0:2, die US-Boys verloren im Viertelfinale 0:1 gegen Deutschland (Vize-Weltmeister). Zwölf Jahre später betont DaMarcus Beasley nach dem Spiel gegen Deutschland die veränderten Vorzeichen der Presse gegenüber „Das ist zwar das gleiche Ergebnis, aber dieses Mal hat es für uns ganz andere Konsequenzen. Jetzt stehen wir in der K.o.-Runde. Ab jetzt geht es immer nur ums nächste Spiel.“ Dort wartet Belgien mit einer überragenden Freundschaftsspielbilanz: Vier von vier Spiele gewannen die Roten Teufel gegen die U.S.-Amerikaner, nur das WM-Spiel 1930 ging verloren. Statistisch betrachtet, siegte die USA bei einer WM folglich immer gegen Belgien.

Nasenbeinbruch – aber Jones will spielen

Hart im Nehmen. Jermaine Jones will trotz Nasenbeinbruchs im Achtelfinale spielen. Getty Images

Die Mannschaft von Jürgen Klinsmann setzte sich entgegen der vorherigen Prognosen in einer schwierigen Gruppe durch, profitiere dabei aber stark von der miserablen Vorstellung der Portugiesen gegen Deutschland. Diese revanchierten sich dafür mit einem Last-Minute-Treffer im direkten Duell, sodass es nochmal eng wurde in der Gruppe G. Belgien sprang dagegen als sogenannter Geheimfavorit in einer eher leichteren Gruppe in guter Pferdesportmanier nur so hoch, wie es musste, erzielte aber dennoch mit drei Siegen „ein historisches Vorrundenergebnis“, wie es Trainer Marc Wilmots fifa.com gegenüber bezeichnete. Im Achtelfinale zählt nun nur noch der Sieg. Die triumphierende Mannschaft trifft im Viertelfinale auf den Gewinner der Partie Argentinien gegen die Schweiz. Belgien muss dabei auf Defour verzichten, der aufgrund eines groben Foulspiels im Spiel gegen Südkorea mit einer Roten Karte des Platzes verwiesen wurde. Für den bislang enttäuschenden Lukaku könnte ‚Joker‘ Origi in die Startelf rutschen, der bei seinen Einwechslungen stets für sehr viel Schwung sorgte. Bei den USA verletzte sich Jermaine Jones im Deutschland-Spiel und zog sich einen Nasenbeinbruch zu. Eine Pause kommt für den früheren Bundesliga-Spieler nicht in Frage, sodass er mit einer speziellen Maske auflaufen kann.

Eine deutliche Favoritenstellung bezieht laut Wettanbieter auch Belgien mit einer durchschnittlichen 1,82-Quote für einen Sieg in der regulären Spielzeit, sowie eine 1,35-Quote bei Interwetten für den Aufstieg (Qualifikation fürs Viertelfinale). Die USA werden bei bet365 mit einer 4,75-Quote bedacht, qualifizieren sie sich aber für das Viertelfinale folgt eine Quote von 2,87. Belgien gewann aber bisher alle seine Partien – mit einem Tor Unterschied. Ein Tipp, dass Belgien auch in dem Achtelfinale diese Serie fortsetzt oder die USA mit einem Tor Vorsprung gewinnen, belohnt bet-at-home mit einer 2,25-Quote („Gewinnt ein Team mit genau einem Tor Unterschied?“). Für Wetten auf ein Remis offeriert bet365 eine 3,60-Quote.

Belgien siegt zu Null – Ihr gewinnt

Nur einmal musste Belgiens Keeper Thibaut Courtois im laufenden Turnier hinter sich greifen. Gegen Algerien wurde er per Elfmeter bezwungen. Ansonsten präsentiert sich die belgische Defensive um Kompany und van Buyten sehr stark. Gewinnen die ‚Roten Teufel‘ gegen die USA ohne Gegentor, belohnt Interwetten richtige Tipps darauf mit einer 2,30-Quote.

Fazit und Wettquoten zu Belgien – USA am 01.07.2014

Jürgen Klinsmann hat aus seinen U.S.-Boys eine funktionierende Mannschaft aufgebaut und setzte sich immerhin in der Gruppenphase gegen den Weltranglistenvierten, Portugal, durch. Die junge belgische Mannschaft, mit ihren vielen Talenten, tat sich bisweilen etwas schwer. Besonders die von Marc Wilmots eingewechselten Joker brachten die Roten Teufel aber mit drei von vier Vorrundentoren wieder auf die Siegesstraße. Im Achtelfinale könnten sich die Nordamerikaner als härterer Gegner erweisen und den Belgiern mehr abverlangen als die bisherigen Gruppengegner. Ob die USA damit auch zum Stolperstein wird, zeigt sich am kommenden Dienstag.

Voraussichtliche Aufstellungen

Belgien: Thibaut Courtois – Toby Alderweireld, Daniel van Buyten, Nicolas Lombaerts, Jan Vertonghen, Alex Witsel, Moussa Dembele, Marouane Fellaini, Dries Mertens,Divock Origi, Eden Hazard.

Bank: Sammy Bossut, Simon Mignolet – Anthony Vanden Borre, Laurent Ciman, Kevin de Bruyne, Nacer Chadli, Adnan Januzaj, Kevin Mirallas, Romelu Lukaku. – Trainer: Marc Wilmots.

USA: Tim Howard – Fabian Johnson, Omar Gonzalez, Matt Besler, DaMarcus Beasley, Kyle Beckerman, Jermaine Jones, Graham Zusi, Michael Bradley, Brad Davis, Clint Dempsey.

Bank: Brad Guzan, Nick Rimando – Anthony Brooks, Geoff Cameron, Timothy Chandler, Mikkel Diskerud, Alejandro Bedoya, Deandre Yedlin, Julian Green, Chris Wondolowski, Aron Johannsson. – Trainer: Jürgen Klinsmann.

Unser Tipp: Belgien nimmt die nächste Hürde und siegt knapp.