Analyse der WM-Gruppe E

In der WM-Gruppe E scheinen die Rollen verteilt – oder doch nicht? Unter den vier Teams sind die Equipe Tricolore um Real, die Eidgenossen aus der Schweiz, die Tricolor aus Ecuador und die hondurianischen Außenseiter. Kann Frankreich nach dem Ausfall von Superstar Franck Ribéry seinem Favoriten-Status gerecht werden oder können die wilden Schweizer von Trainer-Legende Hitzfeld großen Nachbarn ärgern.

Wer wird Gruppensieger und wer muss am Ende die Koffer packen? Wettmaxx.com beleuchtet die Mannschaften, analysiert ihre Stärken sowie Schwächen und präsentiert die besten Wettquoten.

Zurück zu alten Zeiten?

Bitterer Ausfall. Franck Ribéry kann die Franzosen bei der WM nicht zum Sieg schießen. Getty Images

Goldene Zeiten liegen hinter den Bleus: Weltmeister von 1998 und Vize-Weltmeister von 2006. Bei der darauffolgenden WM in Südafrika hinterließen die Franzosen aber ohne ihren Führungsspieler Zinedine Zidane einen katastrophalen Eindruck. Die Qualifikation zur WM-Endrunde gelang in dieser Saison erst in einem packenden Playoff-Rückspiel, in dem die Bleus eine 0:2-Hinspielpleite mit einem 3:0-Erfolg drehten. In der Gegenwart zählen immer noch überragende Einzelspieler wie Frank Ribery und Karim Benzema zu den Stars der französischen Mannschaft, wobei Ribéry der Equipe bei der WM nicht helfen kann. Chronische Rückenschmerzen sorgten für die Absage des Super-Dribblers. Eine talentierte junge Generation um Spieler wie Mamadou Sakho, Raphale Varane und Paul Pogba wartet zudem in den Startlöchern und lässt Frankreich als Gruppensiegeraspirant starten. Zum Auftakt wartet der vermeintlich einfachste Gruppengegner Honduras. Danach wird sich in den Partien gegen die Schweiz und Ecuador zeigen, ob Frankreich seiner Favoritenrolle der Gruppe gerecht wird. Ein Vorrundenaus wie 2010 wird die Mannschaft aber zu verhindern wissen, sodass das Achtelfinale auf dem Weg zum WM-Titel relativ sicher sein dürfte.

Hopp Schwiiz!

Der Schweizer Philippe Senderos (h.) nimmt es gern mit den Großen wie Neymar auf. Getty Images

Die Schweiz kann sich bei ihrer zehnten FIFA WM-Endrundenteilnahme durchaus Hoffnungen auf das Erreichen der K.O.-Phase machen, zuletzt gelang der Einzug in das Achtelfinale lediglich 1994 und 2006. Im WM-Jahr 2014 kann die Schweizer Nationalmannschaft auf reichlich Erfahrung zurückgreifen und gilt bei manchem Optimisten gar als Anwärter auf den WM-Titel. Unter Trainer Ottmar Hitzfeld, einem der erfolgreichsten Trainer Europas, spielen zahlreiche Eidgenossen aus den europäischen Top-Clubs. Tranquillo Barnetta, Gökhan Inler und Philippe Senderos bilden als Routiniers die Basis für das Zusammenspiel mit den jungen Talenten wie Xherdan Shaqiri, Fabian Schär, Granit Xhaka und Valentin Stocker, die teilweise bereits aus der Bundesliga bekannt sind. Die französische Mannschaft ist voraussichtlich noch eine Nummer zu groß für die ambitionierten Eidgenossen. Sollte zum Auftakt gegen Ecuador allerdings ein Sieg drei Punkte einfahren, dürfte die Sicherung des zweiten Platzes gegen Honduras nur noch Formsache sein.

Achtelfinalhoffnung der Tricolor: Auftaktspiel

Hoffnungsträger. ManU-Star Antonio Valencia (l.) soll Ecuador ins Achtelfinale führen. Getty Images

Um realistische Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale zu wahren, muss Ecuador bereits das Auftaktspiel gegen die Schweiz gewinnen. Für die Tricolor ist aber bereits die Teilnahme an der WM-Endrunde ein Erfolg. Vor zwölf Jahren in Korea und Japan gelang dies erst zum ersten Mal. 2006 erreichten die Ecuadorianer sogar das Achtelfinale, ein Triumph der mit Siegen gegen die Schweiz und Honduras sogar wiederholt werden könnte. Erfahrene und leistungsfähige Spieler wie Edison Mendez, Walter Ayouvi oder Segundo Castillo leiten die jungen Akteure Antonio Valencia, Christian Noboa und Felipe Caicedo, die eine neue Epoche initiieren wollen. Frankreich dürfte als grand nation aber zu stark sein, sodass ein Achtelfinaleinzug nur über die anderen beide Spiele gelingen kann. Die wahre Bewährungsprobe stellt die Schweiz dar, mit der sich die Tricolor um Platz 2 duellieren wird.

Zu früh für Ambitionen

Palacios (r.) und Honduras trotzten der Schweiz um Fernandes bei der WM 2010 ein 0:0 ab. Getty Images

Der aktuelle Trainer des Gruppenkontrahenten Ecuador, Reinaldo Rueda, führte Honduras 2010 nach fast dreißigjähriger Abstinenz zurück in die Endrunde einer Fußballweltmeisterschaft. Bei der dritten WM-Teilnahme werden den Catrachos allerdings die geringsten Chancen in der Gruppe zugerechnet. Unter dem neuen Trainer Luis Fernando Suarez fanden zwar zahlreiche Umbrüche in der Mannschaft statt, aber Erfolge im Nachwuchsbereich, wie der Viertelfinaleinzug der Olympia-Auswahl 2012, können bei der A-Nationalmannschaft nicht erwartet werden. Immerhin schaffte es Nachwuchsstar Jerry Bengston dadurch ins Team und trifft dort auf Wilson Palacios von Stoke City und Schottlands Fußballer des Jahres 2010/11 Emilio Izaguirre von Celtic Glasgow als bekanntesten Vertreter der La H. Zum Auftakt ist aber Ribery & Co. eine Nummer zu groß, gegen die Schweiz und Ecuador kann lediglich auf vereinzelte Punkte gehofft werden. Honduras gewinnt in Brasilien vermutlich eins: Erfahrung.

Frankreich ist bei den Wettanbietern eindeutiger Favorit der Gruppe E: eine 1,65-Quote bietet bet-at-home auf den Gruppensiegertipp Frankreich, gefolgt von der Schweiz mit einer 3,70-Quote. Bei tipico hat Ecuador schon deutlich schlechtere Chancen (5,00-Quote), als krasser Außenseiter wird aber Honduras mit einer 30,00-Quote für deren Gruppensieg bewertet. Für den Tipp auf den Gruppenkopf-„Zwilling“ bei Interwetten sind zwei Paare vergleichbar realistisch: Frankreich und Schweiz (2,40) oder Frankreich und Ecuador (2,75). Honduras hat als Außenseiter der Gruppe eine schwierige Rolle inne. Sollte Honduras ohne einen einzigen Punkt aus dem Turnier scheiden, könnte sich eine entsprechende Wette bei Interwetten (Honduras 0 Punkte) mit einer 3,25-Quote rentieren. Gruppenfavorit Frankreich erhält auf eine 9-Punkte-Ausbeute sogar eine 4,75-Quote.

Spielplan der Gruppe E

Datum
Uhrzeit
Ort
Spiel
So 15.06.2014
13:00 (D 18:00)
Brasilia
Schweiz - Ecuador 2:1
So 15.06.2014
16:00 (D 21:00)
Porto Alegre
Frankreich - Honduras 3:0
Fr 20.06.2014
16:00 (D 21:00)
Salvador
Schweiz - Frankreich 2:5


Fr 20.06.2014
19:00 (D 00:00)
Curitiba
Honduras - Ecuador 1:2


Mi 25.06.2014
16:00 (D 22:00)
Manaus
Honduras - Schweiz 0:3

Mi 25.06.2014
17:00 (D 22:00)
Rio de Janeiro
Ecuador -
Frankreich 0:0


Fazit und Wettquoten zur WM-Gruppe E

Frankreich scheint der Favorit einer schwierig zu berechnenden Gruppe E zu sein. Drei Siege in der Vorrunde sind bei einer überzeugenden Leistung möglich. Danach duellieren sich die Mannschaften aus Ecuador und der Schweiz um den zweiten Platz. Ausgerechnet das Auftaktspiel zwischen diesen beiden Teams dürfte dort über den Achtelfinaleinzug entscheiden. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte: Ob Honduras als Außenseiter der Gruppe von diesem Duell profitieren kann, ist aber fraglich. Jeder Punktgewinn ist für La H bereits ein Erfolg.

Aktuelle Wettquoten zum Sieger der WM-Gruppe E

Frankreich 1,65 @bet-at-home
Schweiz 4,00 @tipico
Ecuador 4,75 @Interwetten
Honduras 26,00 @mybet